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Streit und Friede oder Scenen aus Norwegen : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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Beiſpiele von merkwürdigen Frauen, die in ihren Thälern mächtig geweſen, ſind in Norwegen nicht ſelten⸗ Man kennt die Geſchichte von der ſogenannten Roppefrau im. Hallingthale, die ſo reich war, daß ſie mit Elendthieren fuhr; bekannt iſt die Frau Beljugleichfalls im Hullig⸗ thale, welche die Näskirche baute und vermittelſt Feuer und Butter den Bejafelſen ſprengen ließ, ſo einen Weg darüber machen konnte, der noch heut zu Tage der Butterweg genannt wird; man erzählt von wen Frauen Solberg und Sköndal, von ihrem großen Streite wegen eines Schweines, und dem falſchen Eide, den Eine von ihnen deßwegen vor Grricht ſchwor; von allen dieſen Frauen berichtet die Sage, daß der Prieſter nicht eher zuſammen⸗ läuten laſſen durfte, bevor die mächtige Frau in der Kirche angekommen war.

Man kennt ferner die Geſchichte von der Gattin des Ritters Knut Eldhjerna, die ſich aus Gram über den ver⸗ brecheriſchen Lebenswandel ihrer ſieben Söhne von der Welt zurückzog und in einem einſamen Thale niederließ, wo ſie durch Faſten und Almoſen die M iſethaten ihrer Kinder zu kh ſuchte; ja man hat noch viele Grſchichten der Art, aber eine ſolche, wie Harald der neugierigen Suſanna von Madame Aſtrid erzählte, war in Norwegens Thälern noch nie erhört worden. Es kamen darin ſo viele Wun⸗ derlichkeiten und Schauerlichkeiten vor, daß die leichtgläu⸗ bige Suſanna immer bleicher und bleicher wurde und am Ende gar vor Schreck erſtarrt wäre, hätte ſie nicht bei der unheimlichſten Kataſtrophe auf einmal den Einfall bekom⸗ men, ſie entſetze ſich über eine bloße Fabel. Haralds Aus⸗ ſehen, als ſie ihre Vermuthung äußerte, machte es ihr zur Gewißheit, n das herzliche Gelächter, womit er ihre Ausrufungen und Vorwürfe everanlaßte ſie, im höchſten Zorn aufzuſtehen und ihn zu verlaſſen, mit der Verſicherung, ſie werde ihn nie mehr über etwas fragen und ihm nie mehr ein Wort glauben.

Dabei blieb es auch, bis zum nächſten Male, Denn wenn Harald jetzt gelobte, die Wahrheit, die ganze