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Streit und Friede oder Scenen aus Norwegen : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
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Abendſtunden.

Solch Leben lieb' ich, das ſich kräftig weist Im Mühlgeklapper und des Hammers Schlag, Doch wenn vor lauter Klipp Klapp ſich der Geiſt Vicht rufen läßt zu ſeinem Feiertag, Da iſt's ein Leben, dumpf und ohne Sinn, Wo nur mechaniſch tanzt der Fuß dahin. Fliege leichtbeſchwingter Pfeil hinüber Klingend in das große Reich der Mythe; Es erwache dort das Geiſterleben! Foß.

Harald erzählte gern und erzählte ausgezeichnet gut; eine angenehme ſchöne Gabe, die man in Norwegen bei allen Klaſſen, ſowohl bei Männern wie bei Frauen trifft; ſie ſcheinen ſie von den Skalden, ihren Vätern, geerbt zu haben: außerdem war er in den Gebirgsgegenden, ih⸗ ren Naturmerkwürdigkeiten und Sagen gut bewandert.

Und gerade aus dem eigentlichen Gebirgsland ſind die ſchönſten Blumen der norwegiſchen Volkspoeſie wie aus ihrem Herzen emporgeſproßt. Die Zeiten der Sage und der heidniſchen Jahrhunderte haben hier ihre Rieſenſpuren hinterlaſſen. Die Flüſſe und Berge haben ihre Tradi⸗ lionen von Verzauberung und Verwandlung; die Rieſen⸗ keſſel ertoͤnen in den Bergen und Bauſteine erheben ſich über den Kämpen, die Streit ſuchten und im Zweikampfe ſielen. Vom Hallingthale ging die norwegiſche National⸗ polska der Hallinger aus, deren wilden wunderlichen Rythmus nur die Hardanger Geige recht wieder zu ge⸗ ben vermag. Am Schönſten ſind die Blüthen der Er⸗ innerung, welche die chriſtliche Vorzeit gebar, und der ewige Schnee auf den Zinnen der Urberge iſt nicht un⸗ verwelklicher, als dieſe unſchuldigen Roſen an ihrem Fuße. So lange der Gauſta ſteht und der Rjukan ſei⸗ nen Donnergeſang ſingt, wird man ſich an Marie Stien erinnern und ihre Sage voll Freud und Leid erzählen; ſo