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„Und doch iſt es weit gewichtiger, als das ſchwe⸗ diſche,“ verſetzte Harald.
Wenn dann Suſanna recht eifrig und recht böſe wurde, dann lachte der Schalk von ganzem Herzen und mitunter wurde ſogan Madame Aſtrids bleiches Geſicht von einem ſchwachen Lächeln erhellt, allein es glich einem Sonnenſchimmer an einem düſtern Novemberhimmel, der bloß leuchtet, um ſich ſogleich wieder in Wolken zu hüllen.
Bei ſolchen Gelegenheiten dachte Suſanna nicht von ferne daran, ihre Barbaralaune zu zügeln. Sie hielt es für heilige Pflicht, ihr Vaterland auf dieſe Art zu ver⸗ theidigen.
Aber nicht immer herrſchte der Geiſt des Streites zwiſchen Harald und Suſanna. Mitunter begrüßte ſie auch der Geiſt des Friedens wie eine ſcheue Taube, die jeden Augenblick bereit iſt, auf und davon zu fliegen. Wenn ſich Suſanna einmal über das ergoß, was im Innerſten ihres Herzens lebte, über ihre Liebe zu ihrer kleinen Schweſter, ihre Erinnerungen aus ihrem Zuſammenleben, ihre Sehnſucht, ſie wieder zu ſehen und für ſie leben zu können, wie eine Mutter für ihr Kind, dann hörte Harald immer ſchwei⸗ gend und aufmerkſam zu. Kein ſpöttiſches Lächeln oder Wort taſtete dieſe reinen Bilder in Suſannas Seele an. Und wie maleriſch beſchrieb nicht Suſanna die Schönheit der kleinen Hulda, des kleinen weißen, baumwolleweichen Kindes, die frommen blauen Augen, die kleinen weißen Zähne, wie ſie glänzten, wenn ſie lachte, den klaren Sonnenſchein, der ſich dann über ihr ganzes Geſicht ver⸗ breitete, die goldenen Locken, die ſich ſo ſchön um Stirne und Hals ringelten, die kleinen lieben Händchen und dann ihre Gemüthsart, ihr lebhaftes, gutes, liebevolles Herz. O ſie war ein wahrer Engel Gottes! Die kleine Kammer, wo Suſanna mit ihrer Hulda gewohnt und die ſie aus einer häßlichen Rumpelkammer in ein freund⸗ liches Stübchen verwandelt hatte, deſſen Tapeten ſie ſelbſt gemalt, auch dieſe zeichnete ſie Harald aus dem Gedächt⸗
Bremer, Streit und Friede. 3


