wo Suſanna mit der Wichtigkeit und Würde einer ächten Speiſekammerbeherrſcherin auf einer Mehlkiſte, wie auf ihrem Throne ſaß, ein Scepter von den wohlbekannten Wurſtkräutern, Thymian, Majoran und Baſilika in der Hand haltend, die ſie in kleine Stücke zerſchnitt und dabei. prüfende Blicke in ihrem wohlgeordneten Reich umher⸗ ſandte. Die Brodkiſten ſperrten, da erſt kürzlich gebacken worden war, übervoll den Mund auf, Fleiſchwürſte und Schinken hingen ſaftig von der Wand herab, wie auch große Bündel trockene Fiſche; Koͤrbe mit allerlei Ge⸗ müſen ſtanden auf ihren Brettern umher u. ſ. w.
Harald ſah ſich ebenfalls mit Kennerblick auf dem Boden um und ſagte, obgleich er noch keine Antwort auf ſeine Frage hatte:
„So viel iſt gewiß, eine beſſer ausgerüſtete und ge⸗ ordneie Vorrathskammer habe ich meiner Lebtage nicht geſehen.“
Suſanna wollte auch keine Spur von dem Vergnügen zeigen, das ſie über dieſes Lob empfand.
„Aber,“ fuhr Harald fort,„Sie müſſen auch zugeben, daß es keine große Kunſt iſt, Speiſekammer und Keller in gehörigem Stande zu erhalten in einem an allen Gü⸗ tern des Lebens ſo reichen Lande, wie unſer Norwegen.
„Geſegnet Land, mit himmelhohen Bergen, Fruchtbaren Thälern, fiſchereichen Küſten!“
„Wir haben, Gott ſei Dank! in Schweden auch Fiſche,“ antwortete Suſanna trocken.
„Ja, aber gegen die unſtigen können ſie nicht in Be⸗ tracht kommen. Oder wollten Sie vielleicht im Ernſt Ihre Handvoll Barſchen gegen unſer Gewimmel von Makrelen, Häringen, Dorſchen, Flundern und ſonſtige unermeßliche Schaaren von Fiſchen ſetzen?“
„Alle Ihre norwegiſchen Fiſche gebe ich um einen einzigen ehrlichen, ſchwediſchen Hecht hin.“
„Einen Hecht? In Schweden gibt es, ſo viel ich weiß, gar nichts Anders, als Hechte.“
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