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Streit und Friede oder Scenen aus Norwegen : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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bei, der auf mir liegt. Wenn ich mich in den langen Nächten, außer Stands zu ſchlafen, in meinem Bette auf⸗ richte und die Nacht in mir, hinter mir und vor mir anſehe, da umgeben mich finſtre, ſchauerliche Phantaſieen und dann iſt es mir oft, als nahe ſich mir die Milzſucht mit den aſchgrauen Wangen und dem ſtarren, ſtierenden Blick, um meinen Verſtand zu umnebeln und meine Sinne verwirren. Wie kann ich zu leben wünſchen? Wenn es Abend iſt, wünſche ich, es wäre Morgen, und wenn es Morgen wird, wünſche ich, der Tag wäre vorbei und der Abend wieder da. Jeder Augenblick iſt mir eine Bürde und eine Plage.

Deßhalb, mein Freund, beten Sie für mich zu Gott, daß er mich bald ſterben laſſe. Leben Sie wohl! Vielleicht ſchreibe ich nicht mehr. Aber mein letzter klarer Gedanke wird Ihnen gelten. Verzeihen Sie die Ungeduld, die Bit⸗ terkeit, die ſich in dieſem Briefe kundthut. Beten Sie für mich, mein Freund und Lehrer; beten Sie, daß ich mich beruhigen möge und beten könne, bevor ich ſterbe.

Neue Streitigkeiten.

Wir leben in einer eignen Zeit, Manch ernſtes Wort, manch ernſter Streit. Munch.

Indem wir die bleiche Madame Aſtrid mit ihren fin⸗ ſtern Gedanken allein laſſen, werden wir durch einen ganz eigenthümlichen Lärm veranlaßt uns umzuſehen im

Brauhauſe.

Harald hat ſich dort eingefunden, um das neue Bier zu koſten, in deſſen Bereitung Suſanna Meiſterin war, aber nachdem er einen tüchtigen Zug gethan, ſagte er mit einem ſchrecklichen Grinſen;Taugt Nichts, taugt ganz und gar Nichts.

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