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ſo lange zu mir geſagt:„Es kommt ein beſſerer Tag. Die Bahn der Pflicht führt zur Heimath des Friedens und Lichtes, wenn der Weg auch noch ſo dornenvoll iſt. Gehe ihn unverdroſſen, müder Pilger, gehe, gehe und du wirſt in das gelobte Land kommen.“ Und ich bin ge⸗ gangen, lange, ſchwere Tage gegangen, mehr als dreißig Jahre lang, aber der Weg zog ſich immer länger und länger dahin;— meine Hoffnungen ſind verwelkt, hinge⸗ ſtorben eine nach der andern;— noch ſehe ich kein Ziel, keines, außer das Grab.“
„Liebe, Liebe!— O, wenn Sie wüßten, welch unausſprechlich bittere Gefuͤhle dieſes Wort in mir erweckt! Habe ich nicht geliebt, glühend geliebt? Und welche Frucht hat es getragen? Es hat mein Herz gebrochen und meine Liebe hat denjenigen Unglück gebracht, denen ich ſie widmete. Es iſt vergebens; Sie wollen einen Glauben bekämpfen, der ſich feſt in mir gewurzelt hat. Ich glaube, daß es Menſchen gibt, die zum Unglück ge⸗ boren, die verurtheilt ſind, Allem, was ſich ihnen nähert, Unglück zu bringen und ich glaube, daß ich zu die⸗ ſen gehbre. Laſſen Sie mich alſo die Menſchen fliehen und alle Gefühle ſtiehen, die mich mit ihnen verbinden fönnten. Warum ſoll ich noch mehr Böſes ſtiften, als ich bereits geſtiftet habe?“.
„Warum baten Sie mich zu ſchreiben? Ich möchte meine Bitterkeit in kein andres Herz gießen, ich möchte Niemand wehe thun und— was habe ich jetzt gethan?“
„Es gibt einen ſtillen Kampf, der durch die Welt geht, der in der verſchloſſenen Menſchenbruſt gekämpft wird und zuweilen— ſchrecklich. Dieß iſt der Kampf mit böſen und bittern Gedanken. Solche Gedanken ſind es, die zuweilen Worte finden, Worte, die in Feuer und Blut geſchrieben werden. Sie werden dann vor dem Richterſtuhle geleſen und— verurtheilt. Aber in man⸗ cher Bruſt raſen ſie ſtille lange Jahre. Da untergraben ſie allmälig Geſundheit, Frohſinn, Liebe, Glauben, den Glauben ans Leben und den Glauben an— einen guten


