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Streit und Friede oder Scenen aus Norwegen : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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Ernſt, indem ſie die Hand auf ihre Schulter legte und ſie ſanft wegſchob,thu' mir den einzigen Gefallen und bekümmere dich nicht um mich. Es führt zu Nichts. Ich habe keine Freundlichkeit zu erwiedern, mein Herz iſt ab⸗ geſtorben. Geh' mein Kind, fuhr ſie freundlicher fort, und kümmre dich nicht um mich. Mein Wunſch, das Einzige, was mir gut thut, iſt jetzt, allein zu ſein.,

Suſanna ging mit einem von ſchmerzlichen Gefüh⸗ len überwältigten Herzen.Ich ſoll mich nicht um ſie kümmern, ſagte ſie vor ſich hin, indem ſie eine Thräne trocknete,mich nicht um ſie kümmern! Als ob das mög⸗ lich wäre!

Als Suſanna ſich entfernt halte, warf Madame Aſtrid einen melancholiſchen Blick auf das Papier vor ihr. Sie ergriff die Feder und legte ſie wieder hin, der Ge⸗ danke, ſie zu gebrauchen, ſchien ihr unangenehm, doch ent⸗ ſchloß ſie ſich endlich dazu und ſchrieb folgenden Brief:

Sie wollen, ich ſoll Ihnen ſchreiben! Ich ſchreibe alſo, aber was was ſoll ich Ihnen ſagen? Dank für Ihren Brief, mein väterlicher Freund, mein Jugend⸗ lehrer, Dank für Ihren Willen, meine Seele zu ſtärken und aufzurichten! Aber ich bin alt, niedergebeugt, ermü⸗ det, erbittert, verſchlechtert; es wohnt keine Kraft, kein lebendes Wort mehr in meiner Bruſt; es iſt zu ſpät, mein Freund, zu ſpät!

Sie wollen meinen Blick zum Himmel lenken; aber was iſt der Sonne Glanz für ein Auge, das nicht mehr ſieht? Was iſt der Tone Macht für das Ohr des Tauben? Was iſt alles Schöne, alles Gute in der Welt für das Herz, das geſtorben, das in langer, harter Ge⸗ fangenſchaft verſteinert iſt? O, mein Freund! Ich bin Ihres Troſtes, Ihrer lindernden Worte unwürdig. Meine Seele lehnt ſich dagegen auf und wirft ſie von ſich als Worte, Worte, Worte, die ſeit Jahrtauſenden ſchön und groß klangen, während Tauſende von Seelen troſtlos verſtummten.

Hoffen! Ich habe ſo lange gehofft. Ich habe