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Streit und Friede oder Scenen aus Norwegen : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwed. übers. von G. Fink
Entstehung
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Mädchen ſie oſt gegenüber von älteren, ausgezeichneten Frauenzimmern empfinden, zu denen ſie als Idealen ihres Geſchlechts aufblicken. Und als die Oberſtin nach Norwe⸗ gen zurückkehrte, da küßte Suſannd weinend ihre kleine Hulda, fühlte ſich aber dennoch glücklich, einer ſolchen Ge⸗ bieterin folgen und in der ländlichen Abgeſchiedenheit, wo⸗ hin ſie ſich begab, dienen zu dürfen. Suſanna reiste in ein fremdes Land, bewahrte aber ihre kleine Hulda und ih⸗ ren Lebensplan in getreuem Herzen.

M adame Aſtrid. a fühltet ihr kryſtalluen Sterne Der Erde tauſendfache Pein hnd dränge ſie zu eurer Ferne, Erlöſche wohl der klare Schein. Heinr. Wergeland.

Als ſich Suſanna von Harald und dem Haderwaſſer entfernte, war ſie in einer ganz ſchlimmen, aufgeregten Stimmung, aber je näher ſie dem Hauſe kam, das Ma⸗ dame Aſtrid bewohnte, um ſo ruhiger wurde ſie. Sie ſah zu ihren Fenſtern hinauf und erblickte ihr edles, aber fin⸗ ſteres Profil. Es war gebeugt; das Haupt ſchien von fin⸗ ſtern Gedanken niederwärts gedrückt. Bei dieſem Anblick vergaß Suſanna ſogleich ihren eigenen Gram.O! ſeufzte ſie,wer im Stande wäre, ſie ein wenig glücklicher zu machen!.

Darauf war Suſannas tägliches Sinnen gerichtet, allein mit jedem Tag wurde ihr das Räthſel dunkler. Madame Aſtrid ſchien für Alles um ſich her ſo gleichgultig. Nie ertheilte ſie einen Befehl wegen häuslicher Anordnun⸗ gen, ſondern ließ Suſanna ganz nach Belieben ſchalten und walten. Suſanna war eifrig bemüht, den Tiſch ihrer Gebieterin mit allem Guten und Leckern zu verſehen, was ſie auftreiben fonnte, aber zu ihrer Verzweiflung