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„Pfützen? Unſere Seeew! Sie ſind groß genug, um
ganz Norwegen darin zu erſäufen.“ „Ha, ha, ha! Und ganz Schweden iſt im Vergleich mit unſrem norwegiſchen Meer nicht größer, als meine Mütze! Und dieſes Meer würde unaufhörlich über Schwe⸗ den zuſammenſchlagen, wenn nicht unſer Norwegen edel⸗ müthig mit ſeiner Granitbruſt es ſchützte.“
„Schweden vermag ſich allein zu ſchützen und bedarf keiner fremden Hülfe. Schweden iſt ein herrliches Land.“
„Nicht halb ſo herrlich wie Norwegen. Norwegen reicht mit ſeinen Bergen⸗ bis an den Himmel und ſteht vem lieben Gott am Nächſten.“
„Norwegen mag dem lieben Gott wohl näher ſein, aber Schweden iſt ihm doch lieber.“
„Nein, Norwegen ſage ich.“
„Nein, Schweden ſage ich.“
„Norwegen! Norwegen hoch! Laſſen Sie uns ſehen! Wer am Höchſten wirft, gewinnt für ſein Land. Norwe⸗ gen vor Allem, Norwegen hoch!“ Mit dieſen Worten warf Harald einen Stein hoch in die Luft hinauf.
„Schweden zuerſt und zuletzt!“ rief Suſanna, indem ſie ebenfalls mit all ihrer Kraſt einen Stein hinauf⸗ ſchleuderte.
Das Schickſal wollte, daß die beiden Steine in der Luft zuſammenſtießen und dann gemeinſchaftlich mit ſtar⸗ kem Geräuſch ins Waſſer fielen, um welches ſich das Federvieh verſammelt hatte. Die Gänſe ſchrieen, die Hühner und Enten flatterten erſchreckt auf, die Truthühner ſprangen nach dem Wald, der Truthahn, aller ſeiner Würde vergeſſend, folgte ihnen, ſämmtliche Tauben waren in einem Nu fort und mit feuerrothen Geſichtern und heftig ſtrei⸗ tend, weſſen Stein am Höchſten geflogen, ſtanden Harald und Suſanna an dem aufgewiegelten, getrübten Hader⸗ waſſer.
Der Augenblick iſt vielleicht nicht der günſtigſte, aber doch wollen wir ihn benützen, um eine kleine Schilderung der beiden ſtreitenden Perſonen zu entwerfen.


