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„Das alte Norweg!“ ſagte Suſanna wie vorher; „es iſt ein wahrer Scandal, Sie von Ihrem alten Nor⸗ wegen ſprechen zu hören, als ob es älter und ewiger wäre, als der liebe Gott ſelber.“
„Und wo in aller Welt,“ rief Harald, finden Sie ein Land mit ſo ſtolzen und ernſten Leuten, ſo herrlichen Strömen, und ſo hohen, hohen Bergen?“
„Wir haben, Gott ſei Dank! in Schweden auch Leute und Berge,“ antwortete Suſanna.„Sie ſollten dieſe einmal ſehen; das iſt eine ganz andere Art.“
„Eine andere Art? Was für eine Art denn? Ich wette, was Sie wollen, daß es in ganz Schweden keine einzige Gans gibt, die dieſen unſern herrlichen Norwegi⸗ ſchen Gänſen an die Seite geſtellt werden dürfte.“
„Ja freilich eine nicht, aber tauſend, und Alle grö⸗ zer und fetter als dieſe da. In Schweden iſt Alles grö⸗ ßer und anſehnlicher als in Norwegen.“
„Größer? Die Leute z. B. ſind offenbar viel kleiner und ſchwächer.“
„Schwächer? Kleiner? Sie ſollten nur einmal die Leute in Uddevalla, meiner Vaterſtadt, ſehen.
„Wie kann man auch aus Uddevalla ſein? Wohnen denn wirklich Menſchen in dieſer Stadt? Wie kann man doch da wohnen? Es iſt eine Schande, in einer ſolchen Stadt zu wohnen, ja es iſt eine Schande, nur durchzufah⸗ ren. Sie iſt ja ſo erbärmlich klein, daß wenn der Reiſe⸗ wagen mit den Rädern noch in einem Thore iſt, die Pferde den Kopf bereits zum andern hinausſtrecken. Spre⸗ chen Sie mir nur nicht von Uddevalla.“
„Nein, denn Sie ſind es wahrhaftig nicht werth, daß man mit Ihnen davon ſpricht. Sie haben noch nichts Anderes, als Ihre norwegiſchen Dörfer geſehen und kön⸗ nen ſich daher gar keinen Begriff von einer ſchwediſchen Stadt machen.“
„Gott bewahre mich vor dem Anblick ſolcher Städte! Und dann Ihre ſchwediſchen Secen, was ſind das für elende Pfützen gegen unſer herrliches norwegiſches Meer?“
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