12
Die Thierchen. Das Haderwaſſer.
Erſter Streit. „Für Norwegen!“ „Für Schweden!“ Die Streitenden.
Der Morgen war klar und friſch. Die September⸗ ſonne ſchien ins Thal herab, die Hütten rauchten. Marien⸗ mäntelchen mit klaren Perlen in ihren geſprenkelten Kelchen zitternd, die Silberwurz mit ihren gelben Blumen und ſilberglänzenden Blättern ſchimmerten in der Morgenſonne einen Fußweg entlang, der ſich über einen mooſigen Berg⸗ rücken hinabſchlängelte. Er führte zu einer Quelle mit dem klarſten Waſſer, das, nachdem es einen Teich gebildet, ſeine ſpielende Ader murmelnd in den Fluß rinnen ließ.
Hieher ging an dem ſchönen Morgen Suſanna Björk, begleitet von Hähnen, Hennen und Küchlein.
Vor ihr her wackelte unter anſpruchsvollem Ge⸗ ſchnatter eine Geſellſchaft von Gänſen, die alle ſchnee⸗ weiß waren, bis auf eine einzige graue. Dieſe watſchelte niedergeſchlagenen Blicks in einiger Entfernung hinter den Andern her, dazu gezwungen von einer Renommiſtin aus der weißen Schaar, die, ſo oft die graue ſich nähern wollte, mit ausgeſtrecktem Hals und gellendem Geſchrei ſie zurücktrieb. Die graue floh jedesmal vor der weißen Tyrannin, aber kahle Stellen an Kopf und Hals bewie⸗ ſen, daß ſie in dieſe gedrückte Stellung nicht gekommen war, ohne ſich in harten Kämpfen von der Nutzloſigkeit jedes Widerſtandes überzeugt zu haben. Keine der Gänſe⸗ damen bekümmerte ſich um die mißhandelte, weßhalb Suſanna um ſo eifriger ihre Partie ergriff und ſie durch gute Biſſen und gute Worte über die Ungerechtigkeit ihres Geſchlechtes zu tröſten ſuchte. Nach den Gänſen kamen die beſcheidenen, aber tölpiſchen Enten, ſodann
—————
—


