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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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gedehnte Felder. Zahlreiche Heerden bedecken die fetten Waiden. Alles zeugt von einem angebauten Lande, wo man ſein gutes Auskommen hat, von einem Volke, das Ordnung und milde Sitten liebt. Wer hat dieß Alles bewirkt? Ein Mann, deſſen Lebensfreuden das Schick⸗ ſal zertrümmert hat, der kein Glück in der Welt kannte, außer das er Andern bereitete; Eduard Hervey hat dieß bewirkt. Aus dem Gram, der in ſein Leben griff, rettete er ſich nur durch die angeſtrengteſte Thätigkeit des Leibes und der Seele. So überwand er, und von dem Augenblick an, da er Nina todt wußte, wurde es iym leichter. Glänzend gerechtfertigt vor den Augen der Welt, wurde Hervey bald ver Gegenſtand allgemeiner und ehren⸗ der Auszeichnung. Ehre und Anſehen ſuchten ihn; allein er lehnte ſie ſchweigend ab. Sie hatten jetzt alle Macht über ſeine Seele verloren. Er blieb in dem Kreiſe, wo er bereits gekannt und geliebt war, und vollendete darin ſein begonnenes Werk. Er kultivirte die Gegend und ord⸗ nete die Geſellſchaft, die ſich unter ſeinen Augen bildete. Er gab ihr die Wurzel in Ordnung und Fleiß, er gab ihr die Krone im Lichte Gottes. Sein freunvücher Blick, ſein weiſer Rath, ſeine kräftige Hand war für Alle da. Heiter war er ſeiten, aber ruhig und klar immer; er liebte die Menſchen, er verehrte alles Gute und ſah mit Liebe auf das Schöne, was die Erde beſitzt. Sein Alter war wie ſeine Jugend. Sein Leben war ein Gottes⸗ dienſt. Und könnten wir, meine leidenden Freunde, das Leben nicht beſſer ertragen, wenn wir mit kräftigem Vor⸗ ſatz den Gedanken von dem, was uns quält, ablenkten und auf etwas Liebliches oder etwas Hohes richteten 2 Fehlt es etwa varan auf Erden 2 Ach, es gibt ſo viel Gutes, ſo viel Eoles bei den Menſchen, ſo viel Friſches in der Natur, ſo viel Ruhe bei den Büchern, ſo viele Hoffnung über den Sternen, und vor Allem ſo viel

erneuernde Kraft in allem Schöpferiſchen, in allem

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