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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
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möchte lieber dieſer ſein, als irgend ein bloß weltlich Glücklicher.

Ich muß jedoch einen Unterſchied machen. Es gibt Unglücksfälle, in welchen wir eine höhere Hand, eine un⸗ abwendbare Schickung erblicken; ſie ſind wie der Donner⸗ ſchlag aus den Wolken. Es gibt auch Leiden anderer Art, die mit der Tortur unausgeſetzter Nadelſtiche verglichen werden können. Sie werden von Menſchen verurſacht und kommen am häufigſten in Familien vor, wo Gatten, Eltern und Kinder mit und für einander gleichſam nur leben, um ſich im Hauſe die ſchlimmſte aller Höllen zu ſchaffen; da gibt es Plagegeiſter und Geplagte, von denen ſchwer zu ſagen iſt, welche am Meiſten zu beklagen ſind. Die Unglückſeligen! Die erſte Art von Unglück iſt am Leichteſten zu ertragen. Es iſt viel, viel leichter unter Gottes, als unter der Menſchen Hand zu leiden. Der Blitz aus der Höhe gibt entweder den Tod, oder ein Licht, eine Kraft. Die Stiche von Menſchenhand verzehren die Kraft wie ein langſamer Krebs. So wird das Herz verbittert, und Bitterkeit iſt der Samum des Lebens; wo er weht, da entſteht eine Wüſte. Doch gibt es auch hier Rettungsmittel. Es gibt eine Engels⸗ geduld, die jede verwundende Spitze abſtumpft, die den Leidenden unter der Qual ſich ſelbſt und zuletzt auch die Andern heiligen läßt. Es gibt auch einen ſokratiſchen Muth, der alle Sturzbäder Kantippes in ſtärkende Regen verwandelt; es gibt auch einen Heldenmuth, der die Ketten bricht, die ihm zu ſchwer zu tragen ſind. Jeder ſo Gequälte prüfe ſich ſelbſt allein er prüfe ſich vor einem höhern Auge er wähle und laſſe ſein Herz nicht verwittern oder verbittern, denn dieß thut Niemanden gut.

Betrachte dieſe Gegend, wo man ſonſt nur unfrucht⸗ bare Sümpfe und endloſe Wälder und Haiden ſah. Sie iſt nicht mehr dieſelbe. Behagliche Bauernhöfe ſind in Menge darüber zerſtreut im Thale und auf den Höhen. Das Himalayakorn wiegt ſeine langen Aehren über aus⸗