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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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daß ihr Leben nicht freudlos ſein werde. Allein das Bild der bleichen, jungen Mutter ſtand betrübend vor meiner Seele. Ich hatte nie einen lebenden Menſchen ſo bleich eſehen.

4 Einige Jahre ſpäter ſah ich ſie noch bleicher; aber das war natürlich. Sie lag in ihrem Sarge und war noch ſchön. Ihre kleine Tochter war vorausgegangen und ſie folgte. Ich ſah den harten Ludwig bei der Leiche. Er weinte über derſelben wie ein Kind.

Als Nina die Annäherung ihres Todes fühlte, ſchrieb ſie an Hervey folgende Worte:

Ich habe gelebt weil du es wollteſt. Weil du mich ſegneteſt, habe ich Kraft bekommen, fern von dir Menſchen glücklich zu machen und ich bin ſelbſt nicht unglücklich geweſen. Ich habe Mutterfreude, aber auch Mutterſchmerz empfunden. Ich ſterbe, und ich danke Gott. Wenn ich in meinem Leben dich hoͤher geliebt habe, als alles Andere, ſo wird der Allgütige mich nicht verdam⸗ men. Es war meine Kraft, es war meine Tugend. In dieſem Augenblick, wo die Welt um mich her dunkel und mein Blick trübe iſt, in dieſem Augenblick iſt meine Seele noch hell und feſt und hoffnungsvoll durch dich. O, wie ein klarer Lichtſtrahl brachſt du durch mein nebligtes Le⸗ ben und gabſt ihm Wärme und Farbe. Ach! und ich verdunkelte das deinige; aber es wird auch für mich die Stunde kommen, dich zu erfreuen. Höre mich! Mein Geiſt flieht... Nimm ſeinen letzten Seufzer, ſeine letzte freudige Hoffnung hoͤre! In deiner Todesſtunde werde ich dir erſcheinen! Wenn es Abend für dich wird, wenn dein klarer Blick zu dämmern anfängt und die kühlen Nebel der Erde um dich aufſteigen dann, dann wird es mir vergoͤnnt ſein, zu dir zu kommen und dich in jene lichtere Welt abzuholen, wohin Evla vorausgegangen, wo ſie dich kennen und lieben lernen, wo wir ewig bei⸗ ſammen ſein werden, du mein, ich dein. Ich klage nicht darüber, daß wir auf Erden getrennt wurden, ich war deiner nicht würdig. Gott wollte mich prüfen und