gegen.
An ihrer Bruſt, in ihren Armen lag Nina auch am Abend kalt und beinahe bewußtlos.
„Ich werde ſelbſt für meine Tochter Sorge tragen,“ ſagte die Gräfin Natalie; überlaſſe ſie mir.“
„Ich laſſe ſie heute Abend nicht aus meinen Armen, mag kommen, wer da will,“ ſagte die Baronin H. mit feſter Beſtimmtheit und ſah den hereintretenden Bräutigam herausfordernd an. Die Gräfin ging ihm ſchnell ent⸗
Etwa ein Jahr nach dieſem Tage ſah ich Nina wie⸗ der und nie vergeſſe ich ihren Anblick. Bleich von über⸗ ſtandenen Leiden lag ſie in einem ſchneeweißen Bette. Eine weiße Binde ſchloß ſich dicht an ihre Stirne und bedeckte ihr Haar. Die Spitzen der Tüllhaube fielen dar⸗ über und ſpielten um ihre zarte Wange. Alles, was ſie umgab, war blendend weiß; ſie ſelbſt glich einem friſch⸗ gefallenen Schnee, der von einigen Sonnenſtrahlen, von einigen blaſſen Roſenblättern beglänzt wird. An ihrer Seite lag in ihrem erſten Morgenſchlummer ihre kleine Tochter. Ich ſah, daß Nina Mutterfreude fühlte. Es war ſchön, dieß herrliche Auge ſtrahlen zu ſehen, dieſe holvſeligen Lippen ſagen zu hoͤren:
„O man weiß nicht, was es iſt, bis man es ſelbſt erfährt;— auf einmal von allen Schmerzen frei zu ſein und das Kind geboren zu wiſſen;— ſeine Hand auszu⸗ ſtrecken und es dann neben ſich zu fühlen.“
Und ihre weiße matte Hand ſtrich liebkoſend die Kleine, die es vergnügt zu fühlen ſchien.„Sie ſoll Edla heißen.“ fuhr Nina mit holder Innigkeit fort—„ich will ihr einen Schutzengel geben. Möge ſie der himmliſchen gleichen!„.
Ich verließ Nina mit dem zuverſichtlichen Glauben,
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