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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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Nina erwachte wie aus einem Traume. Er war fort. Sie fuhr mit der Hand über ihre Stirne, und fühlte Thränen im Haare, das ſich über ihr theilte. Sie küßte ſie von ihrer Hand weg.Er hat mich geſegnet! ſagte ſie, und es war hell in ihr. Und wie ſie daſtand eine auferſtandene Leiche! bebend, ahnend, an⸗ betend, das Geſicht nach dem klaren Himmel gewandt. da ſah ſie wie früher einmal das Bild des Kreuzes über ihrer Bruſt liegen, und ſie war mit Himmelsglanz über⸗ goſſen. Jetzt war das Räthſel ihres Lebens erklärt. Keine wolluſtvollen Töne lockten mehr draußen, ſondern ein kraftvoller Geſang ertönte in ihrer eigenen Bruſt und weckte darin einen immer höheren und hoͤheren Himmel.

Aber Er?

Nachdem er ihr Frieden gegeben, da ſchwankte die Kraft in ſeiner Bruſt. In der Thüre ſeines ſtillen Hau⸗ ſes ſtand er einſam, ſah in die wilde Gegend hinaus und betrachtete ſein zerſtörtes Glück, ſein Leben ohne Nina. Eine noch nie gefühlte Verdüſterung kam über ſeine Seele, und mit dem göͤttlichen Dulder am Kreuze klagte er:Mein Gott, mein Gott, warum haſt du mich verlaſſen?

Pas Lied des Rümpfenden.

Erblaſſe, Wang, doch ſtärke dich mein Herz. Verfalle, Leib, doch Seele habe Frieden;

Heil dir, du Prüfer, Heil dir, bitterer Schmerz, Durch dich iſt mir des Glaubens Kraft beſchieden.

Du Sünde, die geſchmeckt mein Erdenſinn, Du Lahmheit, die des Geiſtes Kraft geſchlagen, Ihr eitlen Erdenſorgen fahret hin, Und freudig werd' ich meine Leiden tragen.