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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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Die Thüre im Hintergrunde des Saales ging lang⸗ ſam auf. Ein ſchwarzgekleideter Mann ſtand darin. Bei ſeinem Anblick durchzuckte Nina ein Schauer des Schreckens und der Freude. Mit einem ſchwachen Ruf richtete ſie ſich auf.

Der ſchwarzgekleidete Mann trat bis an die Thüre ihres Zimmers. Hier blieb er ſtehen, lehnte ſich an den Thürpfoſten und betrachtete Nina unverwandt mit einem unausſprechlichen Blicke; aber ſein Geſicht war bleich und voll Gram. Ach, es war der Blick, den Nina im Traume geſehen hatte, es waren die geliebten Züge; die Hand lag auf dem Herzen geſchah dieß, um die blutige Wunde zu verbergen? Nina hörte ſein ſchweres Athmen.

Zuerſt war es ihr, als müßte ſie in ſeine Arme ſtürzen, ihren Kopf an ſeine Bruſt zu verbergen; dann meinte ſie, ſie ſollte in den finſterſten Theil des Zimmers fliehen und gleichſam ſich ſelbſt verbergen.Eduard, Eduard! rief ſie,warum kommſt du? Ach, weißt du wohl. daß wir getrennt ſind daß ich dir entſagt

abe 2 Ich weiß Alles, ſagte Hervey.

Verzeih mir! bat Nina verzweifelnd und fiel auf ihre Kniee wieder.

Ich komme nicht, um Vorwürfe zu machen ich komme, um dich zu ſegnen, ſagte Hervey mit gött⸗ licher Milde in Stimme und Blick. Sofort trat er zu ihr, richtete ſie auf, führte ſie an den Sopha und ſetzte ſich neben ſie darauf. Er hielt ihre gefalteten Hände zwi⸗ ſchen den ſeinigen und ſah ſie mit einem ernſten, aber vurchdringenden Blicke an.

Du haſt nicht an mir gezweifelt? ſagte er.

O nein, nein! war Alles, was ſie zu antworten vermochte.

Ich auch nicht an dir! ſagte er, und ſein Geſicht verklärte ſich zu einem himmliſchen Lächeln.Nun wohl⸗ an, Geliebte, wir find nicht getrennt nicht für die