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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
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nen unrechtmäßigen Gütern keinen Genuß haben konnte, ſo daß ich an Leib und Seele vergilbt und verwelket bin. Seit Sie mit Gefahr Ihres Lebens mein Kind retteten, von dieſem Augenblicke an hat die Hölle in meiner Bruſt gewohnt und ich beſchloß, Ihnen vor meinem Tode Gerechtigkeit wiederfahren zu laſſen. Ich habe tief bereut und Viel gelitten bei dieſer Reue, möge das Sie erweichen. Wenn Sie können, ſchenken Sie mir Ihre Verzeihung! Sie würden meinen Tod weniger bitter machen. Ach, Sie ſehen gut aus, Herr! Gut und ernſt, wie ein Engel des Herrn. verzeihen Sie mir.

Ich verzeihe dir! ſprach Hervey und legte ſeine Hand auf das Haupt des Sterbenden.

Danke, danke!... ſagte dieſer mit erlöſchender Stimme.Beten Sie für mich! Mein Kind lebt in Ihrer Nähe... ſehen Sie nach dem Kinde! Retter meines Kindes beten Sie für mich

Er führte Eduards Hand an ſeine Lippen; ſeine Augen waren gebrochen. Betend beugte Hervey das Knie am Bette des Sterbenden. Der Geiſtliche, der zugegen war, folgte ſeinem Beiſpiel. Es ſchien finſter zu werden im Zimmer, die Schatten des Todes ſchwebten darin. Ein Vierter ſtand in der Nähe und betrachtete die Scene auf⸗ merkſam. Er ſah auf des Sterbenden unheimliches Ge⸗ ſicht, er ſah Herveys ſtarken, tiefen Ausdruck der innigſten Andacht, er lauſchte ſeinem begeiſterten, halblaut geſpro⸗ chenen Gebete und er dachte bei ſich:

Nein, es iſt keine leere Form, keine bloße Cere⸗ monie. Hier geht wirklich etwas Schoͤnes, etwas Wich⸗ tiges vor. Und wie wenn die kämpfende unglückliche Seele ihre Hülle verläßt und Alles in und außer ihr finſter iſt, ſollten wohl in einem ſolchen Augenblicke die Gebete der Guten nicht von Gewicht ſein? Ja, ſie umgeben den Kämpfenden als gute Engel, ſie finden den Weg zu ſeinem Herzen und bereiten es zur Ver⸗