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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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fen R. zur ſelben Zeit, als Sie dort waren. Mein Name iſt Chriſtian Malm.

Eduard machte eine heftige Bewegung, allein der Kranke winkte mit der Hand unn ſagte:Warten Sie: Sie Alles hören! Leſen Sie, mein Herr, leſen Sie laut!

Der Diſtriktsrichter las mit lauter Stimme:

Auf meinem Sterbebette und im Begriff, vor den

Richterſtuhl des Allmächtigen zu treten, bezeuge und be⸗ theure ich vor Gott dem Allerhöchſten und vor den Men⸗ ſchen auf Erden, daß der Herr Eduard D. unſchuldig iſt an den Verbrechen, deren man ihn gegen den Grafen Ru⸗ volph R. angeklagt hat, und daß ich allein der Schuldige bin. Ich war es, der an jenem Abend am ufer auf den Grafen ſchoß; ich war es, der ſein Geld ſtahl. Ich war es auch, der den Verdacht wegen dieſer Verbrechen auf Eduard D. lenkte, indem ich allerhand Gerüchte über ihn und ſein Benehmen ausſtreute; nicht aus Haß gegen ihn, ſondern um die Aufmerkſamkeit von mir abzuleiten. Was Fräulein Elfridas Entführung betrifft, ſo bin ich über⸗ zeugt, daß Eduard D. hiebei mit guten Abſichten handelte, daß er als ein ehrlicher Mann die Tochter nur von den niedrigen und hinterliſtigen Nachſtellungen des Vaters retten wollte; Alles, was ich ſelbſt ſah und horte, läßt mich dieſes glauben, und man bedenke wohl, daß dieß die Worte und Ver⸗ ſicherungen eines Sterbenden ſind. Noch groͤßere Gewißheit darüber kann vermuthlich aus Herrn D's. eigenhändigem Brief an Graf R. gewonnen werden, den ich nach ſeiner Flucht verſiegelt auf ſeinem Tiſche fand und für mich be⸗ hielt. Er liegt hier unerbrochen bei. Daß dies Wahrheit und aus vollem Bewußtſein und freiem Willen von mir bekannt worden iſt, betheure ich vor Gott, vor deſſen Rich⸗ terſtuhl ich bald ſtehen werde, und will es mit eigener Hand unterſchreiben.

So iſt es recht, ſagte der Kranke mit ſchwacher Stimme,geben Sie her. Man gab ihm das Papier