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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
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tigen Schmerzes ſich in ihren Zügentkund gab3etzt ſpreche ich nicht mehr viele Worte mit dir... denn ich fühle, daß der Tod ſeine Arbeit mit mir begonnen hat. Ich will ihn ruhig wirken laſſen und ſtill fühlen, wie er die irdiſchen Bande löst. Gehe nicht fort. Kannſt du meinen Todeskampf ſehen, ſo wünſche ich es. Der Menſch darf ſeinen Blick nicht von den menſchlichen Schmerzen abwenden;... Alles muß ertragen, geſchaut, verſtanden werden man ſoll von Allem lernen das Leben vom Tode! A.! Gib mir deine Hand. Dank für treue Freundſchaft. Nina, die deine. auf meine Lipppen!...

Edla verlor die Sprache und ſchien große Schmerzen zu leiden, aber ihre Augen behielten ihren ruhigen Glanz und waren unverwandt auf Nina gerichtet, ſie ſtärkend und ſegnend. Sie verdunkelten ſich immer mehr, ſahen aber dennoch auf ſie und behielten dieſe Richtung auch, als ſie nicht mehr ſahen.

Nicht jeder Gute ſtirbt wie ein Blumenduft; nicht jeder Schlechte an Waſſerſcheuqualen. Es geſchieht oft das Gegentheil. Die Disharmonie des äußern und innern Lebens ſollten wir nie fürchten feſten Blicks anzuſchauen. Sie ſind kräftige Prophezeihungen eines verſöhnenden Accords nach dem Orgelpunkt des Grabes.

Edlas Todeskampf war lang und ſchwer. Die Le⸗ benskraft war ſtark in ihrer Bruſt. Sie lebte noch drei Tage, ohne Zeichen von Bewußtſein zu geben. Als am Morgen des vierten Nina ſchön und bleich, wie wir uns den Todesengel des Kindes denken, über Evla gebeugt da⸗ ſtand und die Schweißtropfen von ihrer Stirne trocknete, ſchlug ſie noch einmal ihre Augen auf, ſah Nina groß und ſtark an und ſagte mit einem Ausvruck von Freude: Ach, du biſts! Sie lächelte, ſchloß die Augen wieder und wenige Minuten darauf ſtand die keuchende Bruſt ſtille. Nina drückte ihr die Augenlider zu.

Eine ſchöne, eine redliche Kraft iſt von der Erde gegangen! ſagte Profeſſor A. mit gebrochener Stimme,