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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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jedes ſchöͤne Werk anders, als ein Ausſprechen dieſer Anſchauung?— Gott ſchauen, heißt mit Gedanken und That in Gott leben.“

„Und werden wir dieſe Seligkeit mit der warmen Wirklichkeit fühlen, die hier auf Erden unſer Reichthum iſt?“ ſagte Profeſſor A. tief aufgeregt.„Werden wir das Leben ſtark und gewiß, wie jetzt, an unſer Herz drücken? Edla! Werde ich Sie wieder ſehen, Sie wieder erkennen? Werden Sie der Stimme Ihres Freundes lau⸗ ſchen, wie Sie hier gethan? Werde ich dort Ihre Hand vrücken dürfen?„. Er ſchwieg, denn ſeine Stimme bebte.

„Was ſoll ich darüber ſagen?“ antwortete Edla. „Haben Sie nicht von einem Todten und Begrabenen ge⸗ hört, wie er aufſtand von den Todten und ſeine Freunde bei Namen rief, ſie liebte, wie früher, ihnen Frieden ſchenkte und ſie ſegnete? Ueber dieſe Klarheit weiß ich keine— und die Erde auch nicht. Aber ich fühle— ſo wird es ſein. Erſt Nacht... die Schatten nahen mir bereits.. Nacht— dann dämmert der Morgen. Und die Schlafenden erwachen. ſie ermuntern ſich. ach, wie ſchön. Der Freund ruft dem Freund! Der Freund antwortet dem Freunde! So tagt der Himmel... Warum fragen, fürchten? Es iſt ja Alles klar! Er hat ja durchgedrungen.

Aber das Licht der Erde erloſch für Edla während ihrer himmliſchen Viſionen. Ihre ſtarke Seele ſuchte ver⸗ gebens die Hinfälligkeit der Natur zu bekämpfen. Sie wurde ohnmächtig und erwachte aus der todtähnlichen Be⸗ täubung erſt ſpät Abends, als bereits der Sternenhimmel in ſeiner ganzen Pracht über der Erde ſtand. Langſam zog ſich die Fluth wieder in ihre Ufer zurück. Die Dämmerung warf ihren Schleier über die Verwüſtung, der Wind ſchwieg ſtille, der Abend war ruhig und herrlich.

Edla bat, man möchte ihr Bett an's Fenſter tragen. Dieß geſchah, und ſie blickte mit ſtillem Entzücken zu den