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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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Und vielleicht—“ fügte ſie heiter ſcherzend hinzu,„viel⸗ leicht werde ich mein Buch auf dem ſchönen Sterne vol⸗ lends ausſchreiben, der dort zu blinken beginnt.“

„Wir können uns,“ ſagte Profeſſor A.,„ohne Schwierigkeit ganz nach Belieben allerhand Phantaſien von unſerem Zuſtand jenſeits machen. Die Hauptfrage bleibt jedoch immer, auf welchem Grund beruhen ſie? Eine ſolche willkürliche und grundloſe Phantaſte, beſte Edla, iſt gewiß Ihr Gedanke, ein Buch zu ſchreiben, während ihre Hand im Grabe modert.“

„Ich ſcherzte,“ erwiederte Edla,„und doch muß ich glauben, daß die Kunſt ewig iſt, wie die Menſchennatur. Gibt es einmal im Leben eine Kraft, ſo muß ſie auch ihre Bahn finden oder bilden. Von einem kleinen Werke hier habe ich Abſchied genommen; meine Hand überlaſſe ich bald der Erde; aber meine denkende, meine bildende Kraft nehme ich mit mir; ſie iſt ein Theil meines Gei⸗ ſtes. Ich habe hier meine Schule begonnen; jetzt bin ich im Begriff, die Univerſität zu beziehen und höhere Lehren zu ſtudiren. Es iſt mein Glaube und meine Freude, daß mein rechter Arbeitstag jetzt erſt beginnen ſoll.“

„Die Engel forſchen und grübeln nicht,“ ſagte Pro⸗ feſſor A.,„ſie ſchauen Gott. Selbſt das Chriſtenthum ſtellt uns nach dem Tode keinen andern Zuſtand in Aus⸗ ſicht. Aber dieſer Zuſtand abſtrakter und unthätiger Be⸗ trachtung, mag er auch mit Geſang und Harfenſpiel ver⸗ ſchönert werden, wird voch für eine Seele, wie die Edlas— ich muß das Wort ausſprechen— lang⸗ weilig.“

„Gott ſchauen!“ wiederholte Edla leiſe, und eine wunderbare Verklärung leuchtete aus ihren eingeſunkenen Augen,„Gott ſchauen! Und was iſt wohl alles höhere Leben, jeder reine Aufſchwung der Seele, jede wahre Begeiſterung anders, als ein Schauen Gottes, ein Ver⸗ nehmen Seiner, der Wirklichkeit aller Wirklichkeit, der Wahrheit aller Wahrheiten, des Urgrundes der Schön⸗ heit? Was iſt alles kräftige Leben, jede reine Handlung,

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