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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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Opfers, aber ſie nahm es an. Nina allein, unbeſchützt in einer Welt zu laſſen, wo Hervey lebte, wo die Gräfin Natalie das nächſte Recht hatte, über ſie zu verfügen, war Edla ein Höllengedanke. Lange, prüfend und durch⸗ dringend betrachtete ſie Nina und Graf Ludwig. Eine ungewöhnliche Milde verſchönerte in dieſem Augenblick die Entſchloſſenheit in ihren Zügen— eine wunderbare Kraft hatte Ninas Weſen aufgerichtet;— ruhig und gefaßt, wie Iphigenie in der Opferſtunde, ſtand ſie bereit, den Schlag zu empfangen, der ſie vom Leben trennte. Evla ſah in dieſer Ruhe nicht die Kraft der Verzweiflung, ſon⸗ dern die Macht eines höheren Lebens, die Prophezeiung künftiger Wahrheit und Friedens für ein Geſchopf, das lange geſchwankt.— Eine ſtrahlende Hoffnung verklärte ihr Geſicht, während ſie ihre Hand auf Ninas und Lud⸗ wigs vereinigte Hände legte, und zur Verwunderung Aller richtete ſie ſich zur Hälfte auf und ſprach mit der Klar⸗ heit höherer Eingebung:

„Die Tugend vereinigt euch! Gott wird euch ſegnen! Geliebte! Geliebte! Lebt für das ewig Gute, lebt für vas Wohl des Vaterlandes! O ich ſehe die beſſeren Tage kom⸗ men! Habe Dank! Innigen Dank, du Kind meines Her⸗ zens! Du, das Theuerſte, was ich auf Erden beſaß! Jetzt bin ich ruhig, jetzt kann ich im Frieden von bannen ge⸗ hen!“ Edla ſank matt auf ihr Bett zurück. Die Ver⸗ lobten gingen weg. Nina ſetzte ſich auf einen Schemel zu Edlas Füßen und lehnte ihren Kopf gegen das Bett. Alle Freuden der Welt waren für ſie dahin.

Aber auf den Schwingen des Todes ſchien Edlas Geiſt ſich zu erheben, und höher und freier zu athmen. Iſt es nicht mit vielen Sterbenden ſo? So hat man mir geſagt, und ich habe es ſelbſt geſehen. Bei der An⸗ näherung des Todes erhebt ſich mancher im Leben nieder⸗ geſchlagene Blick und wirft eine wunderbare Flamme, be⸗ vor er auf immer erliſcht; manche gebundene Zunge löst ſich und ſpricht evangeliſch ſchoͤne Worte. Manche Bruſt athmet auf dem Todtenbett zum erſtenmal ihre Liebe aus.

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