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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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ihrem Lager auf die Kniee ſank, legte Edla ihren geſun⸗ den Arm um ihren Hals und beugte ſanft ihr Geſicht auf das der Schweſter.

„Kind meines Herzens! Mein geretteles Kind! Mein Liebling!“ ſo ſprach Edla in den ſanfteſten Tönen, und ihre kalten Lippen ruhten zum erſtenmal innig liebkoſend auf Ninas Mund und Augen. Jetzt konnte ſie ſich dieß erlauben. Das Harte in Ninas Schmerz loͤste ſich unter dieſen Zärtlichkeitsbezeugungen auf, und ſie bedeckte mit Thränen die Bruſt, die für ſie geblutet. Ach, in dieſem Augenblick fühlten die beiden Schweſtern noch mit Freude, daß ſie einander lieben und von einander geliebt wurden. Aber Evla unterbrach bald dieſe Ergießungen, und, indem ſie Nina ſanft zurückdrängte, fragte ſie mit einer Stimme voll tiefen Ernſtes:

„Willſt du meinen letzten Augenblicken Ruhe ſchenken?“

„Verlange, gebiete über mich!“ ſagte Nina mit einer Art innerem Drang, ſich aufzuopfern, zu leiden.

„Lege deine Hand auf meine Bruſt,“ ſagte Edla.

Nina that es.

„Gelobe mir, nie Eduard Herveys Gattin zu werden!“

„Ich gelobe es!“ antwortete Nina. Die Donner des Schickſals rollten über ſie hin.

„Gelobe mir, ſeinen Anblick zu meiden!“

„Ich gelobe es!“ antwortete die gänzlich willenloſe und unterwürſige Nina.

„Ich danke dir!“ ſagte Edla. Aber noch war keine Ruhe in ihrem Geſichte. Ihre Blicke ſchweiften von Nina auf Ludwig, von Ludwig auf Nina, aber ihre Lippen ſprachen kein Wort. Nina ſah ſie lange an und reichte endlich Graf Ludwig ihre Hand. Sie fühlte ein Bedürf⸗ niß, ſich für Edla zu opfern, für ſie zu ſterben.„Ge⸗ horſam wrill ich geloben!“ ſagte Nina zu Graf Lud⸗ wig. Er drückte ihre Hand feſt in die ſeinige. Edlas Augen füllten ſich mit Thränen. Sie ſah die Größe des