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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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der Tod ſein deutliches, unerbittliches„du biſt mein!“ gezeichnet hatte.

Eine tiefe Stille herrſchte im Zimmer, nur von leiſe ausgeſprochenen Gebeten unterbrochen. Mit dem filber⸗ nen Kelch in der zitternden Hand entfernte ſich ein alter Prieſter von Edlas Bette. Er hatte ihr die heilige Speiſe gereicht, hatte ſtill ſeine Gebete mit den ihrigen vereinigt und zog ſich jetzt ſchweigend zurück, wohl fühlend, daß ſeine Stimme hier nicht zu ſtärken und zu tröſten brauchte.

Am Fuße des Bettes ſtand Profeſſor A., den das Verlangen, Edla wieder zu ſehen, nach Umenäs getrieben hatte, ach! in demſelben Augenblick, wo ſie die Schwingen erhob, um die Erde zu verlaſſen. Mit dem Schmerz eines Menſchen und der Ruhe eines Denkers betrachtete er jetzt ſeine Freundin, und war zufrieden, ihr in dieſem feierlichen Augenblick nahe ſein zu können. Neben ihm ſtand mirt ſtiller Faſſung Graf Ludwig, und an Edvlas Kopfkiſſen Klara und Edlas Freund, der betrübte Arzt. Beide die Blicke auf ihr Geſicht geheftet, wo eine immer hohere Ruhe, eine immer ſteigende Klarheit ſich über die von Schmerz entſtellten Züge auszubreiten anfing. Nina war nicht anweſend. Sie hatte ſeit dem Augenblick, da ſie ſich von Edlas Blut überſpritzt ſah, beſinnungslos dagelegen. Erſt ſeit wenigen Minuten war ihr Bewußt⸗ ſein zurückgekehrt, und ſie trat jetzt geſtützt auf den Arm der Baronin H. herein.

Bleich und zitternd, wie ein Geſpenſt, das aus dem Grabe heraufgerufen worden, um noch einmal das Licht der Erde zu ſchauen, ſchritt Nina vor, ſchön anzuſehen, aber ſchauerlich. Ihre Hände waren zuſammen gelegt, ihre Augen von Thränen umhüllt, ihr Athem tief und con⸗ vulſiviſch. Ein innerliches Entſetzen ſchüttelte ihr ganzes Weſen. Die weißen Lippen konnten nur flüſtern:„Edla! Edla!“

WMit unendlicher Klarheit, mit unausſprechlicher Zärtlichkeit ſtrahlte Eplas Blick ſie an, und als ſie an

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