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der Mond über die wilde, nächtliche Scene. Hoch aus den Wellen ſtieg ein Boot hervor und theilte die ſchäu⸗ menden Wogen. In demſelben waren zwei Perſonen. Eine weibliche Geſtalt lag im Vordertheile auf den Knieen. Es war Edla. Jetzt gelangte das Boot ans Fenſter. Edla ſtreckte ihre Arme aus und umfaßte Nina; Nina umfaßte ſie. Im nächſten Augenblick lag die Gerettete auf einer weichen Decke im Boot. Edla beugte ſich wie ein ſchützendes Dach über ſie. Noch einen Augenblick hielt der Ruderer am Hauſe, denn verzweifelte Stimmen riefen von Oben herab;„Rettet uns, rettet uns!“—„Rettet, rettet!“ rief auch Edla, aber eben ſo bewußtlos und ohne aufzuſehen— ſie ſah auf Nina.„Fort mit uns! Das Haus ſtürzt ein!“ ſchrie der Mann am Ruder. Das Dachwerk gab nach. Ein Stein löste ſich vom Dache, fiel ins Boot herab und zerſchmetterte Edlas Schulter. Sie ſank nach einer Seite nieder, beugte ſich aber immer noch, wie bisher, ſchützend über Nina. Mit verzweifel⸗ ten Anſtrengungen gegen die herantreibenden Wogen ge⸗ lang es dem Ruderer endlich das Boot von dem ſtürzen⸗ den Hauſe abzuſtoßen. Aber vergebens ſchienen ſie gegen den Untergang zu kämpfen. Der Tod ſchwebte über ihnen. „Wir ſind verloren!“ rief der Ruderer dumpf. Evla ſah auf. Ein vom Falle des Daches geſchleuderter Balken ſchoß über ſie dahin und drohte ihr Fahrzeug unter ſeiner Laſt zu begraben. Edla ſtellte ſich vor Nina auf, erhob abwehrend ihren noch geſunden Arm und bot dem blinden Mörder ihre Bruſt. Er ſchlug gegen ſie an, wurde aber von einer erſtaunlichen Armeskraft nach der Seite des Bootes geſchleudert. Heftig ſtürzte er hinab, die Welle ſchlug hoch empor und über das Boot herein, das voll war von Blut, von Angſt und Liebe. In dieſem Augenblick ruderte ein anderes Boot vorbei und auf das ſtürzende Haus zu. Baron H's. Stimme ertoͤnte ruhig und feſt aus dem Fahrzeug, und man hörte ſie ſeine Richtung beſtimmen.„Wen habt ihr gerettet?“ rief er im Vor⸗


