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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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ihr Weſen ruhiger, ihre Worte freundlicher, ihr Blick klarer geweſen.

Auf ihr ſtilles Zimmer zurückgekehrt, lauſchte ſie dem wachſenden Sturm, dem Regen, der an die Fenſter ſchlug, dem dumpfen, tiefen Brauſen des Meeres; aber auf ihrem Tiſch brannte das Licht klar, obgleich flackernd. Edla betrachtete es mit Vergnügen; in ihrer Bruſt wohnte zu⸗ gleich tiefe Wehmuth und hohe Ruhe. Sie ergriff ihre Feder und ſchrieb an dieſem Abend Folgendes unter ihre „Bemerkungen:“

„Um was handelt es ſich in dieſem kleinen Theile des unendlichen Lebens? Um irdiſches Glück? Weg da⸗ mit! Die Tugendhafteſten, die groͤßten haben Dornen⸗ kronen getragen.“

„Handelt es ſich um Entwicklung, um Selbſtvervoll⸗ kommnung in einem höhern Licht, in einer höhern Kraft? Ja! Des Geiſtes Leben und Verklärung, das muß, muß gewonnen werden!— Sie ſinkt vor dem Kampfe zurück. Ja er iſt bitter, ich weiß es wohl, und ſie iſt jung und ſchwach, aber mein Arm wird ſie feſthalten, wird für ſie kämpfen. Sie darf nicht ſinken; an meiner blutenden Bruſt will ich ſie tragen, bis ihre letzte Kraft erſchöpft iſt. Sie ſoll dieſem Mann nicht angehören. Nein! nie. Ihr Herz wird bluten;— was thut das? dieſes Bluthat ſtärkt. Das meinige wird noch mehr für ſie bluten. O könnte es allein leiden und Alles für ſie tragen! dann würde es glücklich ſein!“

„Einſam ſein!„. Allein ſein? von Niemanden geliebt, zu Niemandens Glück nothwendig, von keiner Thräne, von keinem Seufzer ins Grab begleitet werden! warum erſcheint dieſer Gedanke den meiſten Menſchen ſo ſchrecklich, ſo geſpenſterhaft ſchauerlich;— den Ein⸗ ſamen bangt es vor ſich ſelbſt.

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