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„Einſam ſein? Hätten wir nie innig geliebt, nie unſer Herz feſt mit einem Menſchen verknüpft— dann würde es, deucht mich, nicht ſchwer ſein, einſam zu leben und einſam durchs unendliche Leben zu wandern, in den Ge⸗ danken über den Myſterien der Schöpfung ſchweifend und den Großen, Einzigen dort oben anbetend, den Himmel aller Sonnen, den Gedanken aller Gedanken, die Löſung aller Geheimniſſe, aller Räthſel. Ja, dieß iſt ein Leben, wie ich es mir gewünſcht. Aber von dem Augenblick, wo man ausſchließend einen ſeiner Mitmenſchen liebt, da be⸗ darf man ſeiner Gegenliebe, oder man empfindet das Le⸗ ben oͤde und leer— doch iſt dieß eine traurige Schwach⸗ heit.“
„Leere und Qualen müſſen ertragen werden. Sie hören auf. Dieß zu wiſſen, dieß zu denken iſt ſchon eine Ruhe, eine Kraft.“
„Wenn das Gefühl der Leiden von Millionen ſich mit unſerem eigenen vereinigt und mit erſtickender Schwere auf uns fällt, ſo gibt es einen tröſtenden Gedanken. Durch die Maſſe der leidenden Geſchöpfe wird die Summe des Schmerzens nicht vermehrt. In dieſer Million leidet im⸗ mer nur ein Individuum, ein Men ſch und dieſer— wie lange?“
Eine Nacht.
Die Sterne blinken
Hernieder auf die öde Bahn,
Die Sterne winken
Den Wanderer zu ſich heran. Das Sternlied.
Nina lag auf dem Bette. Die heftige Erſchütte⸗ rung ihrer Gefühle hatte einer Art Betäubung Platz Bremer, Nina. 3¹


