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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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auf Erden liebte, und dieſes geliebte Weſen ſelbſt am Rande eines Abgrunds.

Heftiger Schmerz und Etwas, wie Neid, brannte in Edlas Seele, während ſie Nina und die Gräfin be⸗ trachtete, die unter den zärtlichſten Liebkoſungen und den ſüßeſten Benennungen ſie in ihren Armen hielt und zur Beſinnung zurückzurufen ſuchte.

Evla näherte ſich wieder langſam, nahm Ninas Hand, und ſagte mit einer von Schmerz gebrochenen Stimme: „Nina, meine Schweſter, folge mir.“

„Nein, nein!“ war Ninas kurze Antwort, indem ſie ihre Hand wegzog.

„Laß ſie in Frieden! Laß ſie heute Nacht bei mir in Ruhe bleiben,“ ſagte die Gräfin mit einem Protectors⸗ ausdruck.„Morgen können wir uns ja im Schloß oben treffen. Jetzt bedarf ſie der Ruhe. Du ſiehſt, daß ſie ſelbſt bei mir zu bleiben wünſcht.“

„Fürchteſt du mich?“ fragte Edla wieder mit einem forſchenden Blick auf Ninas Geſicht.

Nina antwortete nicht. Sie wandte bloß ihr bleiches Geſicht gegen die Bruſt der Gräfin, und vielleicht horte ſie Edlas Frage nicht einmal.

Aber Edla hörte in dieſem Schweigen, in dieſem weggewandten Geſichte eine Antwort. Den Tod im Herzen und ſtumm entfernte ſie ſich.

Die Gräfin führte Nina auf ihr Zimmer, half ihr ins Bett, gab ihr beruhigende Tropfen ein, und als ſie ſah, daß ein wohlthätiger Schlaf im Begriffe war, die halb Bewußtloſe in ſeine Arme zu nehmen, ging ſie hinaus, verſchloß Ninas Thüre, ließ die zwei Mägde, die im Hauſe waren, zu einem Tanz ins nächſte Dorf gehen, und begab ſich ſelbſt in den oberen Stock, um dort den Beſuch des Oberſten zu einer langverſprochenen Zuſammen⸗ kunft zu erwarten.

Mit langſamen Schritten wandte ſich Edla nach Hauſe. Ihr Haupt war niedergebeugt, ihre Arme hingen