Druckschrift 
Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
Einzelbild herunterladen

476

in deinen Augen ſo geſunken, vaß du keinen Glauben, kein Vertrauen mehr zu mir haſt? Edla, nimm meinen Eid zum Bürgen ſeiner Unſchuld.“

Edla wandte ihr Geſicht ab, bedeckte ihre Augen mit der Hand, und ſagte mit tiefem Schmerz:

„Ich glaube dir nicht, Beklagenswerthe! Du liebſt einen Unwürdigen!“

Nur Ungerechtigkeit gegen Hervey konnte in Ninas Seele einen wirklichen Aufruhr erregen. In dieſem Augenblick verbitterte ſich ihr Herz und wandte ſich von Edla ab. Mit ſtiller Verzweiflung, die aber wie Ruhe ausſah, ſagte ſie:„Alſo verachteſt, alſo verwirfſt du mich! Wohlan, ich werde mich an eine Bruſt lehnen, die es nicht thut. Edla, ich ſehe jetzt— was ich geahnt— daß du mich nie geliebt haſt;— und es wird mir fortan möglich werden, auch ohne deine Achtung zu leben!“ Sie ſtand auf und wollte gehen.

Mit einer aufflammenden Heftigkeit, die Nina zum erſtenmal bei ihr ſah, rief Edla:„Du weißt nicht, was du ſagſt, was du thuſt! Leidenſchaft verblendet dich. Ich muß dich wider deinen Willen retten. Folge mir.“

Evdla faßte Ninas Hand mit dem befehlenden Blick, mit der ſichern Haltung, die früher ſo große Macht über ſie gehabt hatte. Auch jetzt fühlte ſie ſich unvermögend, zu widerſtehen. Aber ein Schauder durchzuckte ſie; ſie glaubte, Graf Ludwig nahen zu ſehen, ſie ſah Edla ihre Hand in die ſeinige legen, und ihre Blicke verdunkelten ſich, ihre Kniee ſchwankten, ihr Geſicht wurde todtes⸗ bleich, und ſie wäre zur Erde geſunken, hätte nicht die Gräfin, die in dieſem Augenblicke dazu kam, ſie in ihre Arme aufgefangen. Nina zog ihre Hand aus der Evlas, legte ſie um den Hals der Gräſin und flüſterte matt: „Verlaß mich nicht!“

Edla hörte die Worte. Es war für ſie ein Augen⸗ blick unſäglicher Bitterkeit. Sie ſah ſich verlaſſen, ver⸗ kunnt, gefürchtet von dem Weſen, daß ſie am zärtlichſten

auf Ran

in G tra

ſüßeſ Beſi

und „Ni

ſie i

in R ausd

treffe ſelbſt

forſc

Geſit ſie C

wegg Herz

ins ſah, halb

hinat im und

Beſu kunft

Hau