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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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gend und habe ihn jederzeit edel, gerecht und feſt in allem Guten geſehen. Ich glaube ihn dazu gemacht, deine Stütze und dein Führer zu werden; ich glaubte dich dazu geſchaffen, ſein Leben zu verſchönern und das gar zu Strenge in ſeinem Weſen zu mildern. Ich ſah euch tu⸗ gendhaft und glücklich mit einander durch das Leben gehen. Ach ich ſah noch mehr! O Nina! Ich träumte ſo ſchön; ich muß davon erzählen. Ich ſah Graf Ludwig, durch dich milde gemacht und glücklich, weit um ſich herum einen wohlthätigen Einfluß verbreiten. Ich ſah— o es war ein herrliches Bild!— durch eure vereinte Wirkſam⸗ keit manche Kraft geweckt werden, manches Licht aufflam⸗ men, das dem Vaterlande Segen bringen konnte. Es war mir, als ſähe ich durch euch die Menſchenwürde gefeſſelt, das Menſchenglück geſichert. Ich glaubte, manche Seg⸗ nungen über euch zu hören, glaubte, des Himmels Gnade dein geliebtes Haupt beſtrahlen zu ſehen; ſage mir, Nina, hat ein ſolches Leben, eine ſolche Wirkſamkeit keinen Werth für dich? Iſt die Zeit vorbei, da dein Herz warm dafür ſchlug? Gilt dir dein eigenes kleines Glück mehr, als das Wohl Vieler?“

„O nein, nein!“ rief Nina mit Thränen.„Aber Evla.

„Höre mich weiter,“ unterbrach ſie Edla;„ich habe dir noch einige Worte zu ſagen. Dann will ich dich gleichfalls anhören. Nina! Mit dieſen Gedanken, mit dieſer lange genährten theuern Hoffnung komme ich zu⸗ rück; Graf Ludwig hat ſich neue Rechte auf die Erfül⸗ lung des ihm gegebenen Verſprechens erworben; deines Vaters letzter Gruß iſt eine Bitte an dich und zugleich ein Segen für dieſe Verbindung;— und du weigerſt dich, Nina! Alle dieſe Gründe gelten dir Nichts. Du liebſt einen Andern! Dein eigenes Glück oder die Befriedigung deines Wunſches iſt dir das Höchſte— alles Andere— Nichts! Nina!— Wenn es ſich bloß darum handelte, daß ich meine eigenen, meine theuerſten Wünſche, meines Lebens Freude und Hoffnung für dein Glück aufgeben

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