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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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Auch Evla erbleichte und legte die Hand auf ihre Bruſt, wie wenn darin ein heftiger Schmerz tobte. Doch überwand ſie ſich und ſagte mit einer beinahe bittenden Stimme, die immer inniger wurde:„Und warum jetzt nicht? Warum jetzt nicht? Auf dieſes Jetzt habe ich ſo lange, ſo ungeduldig gewartet. Ich habe mich ſo ſehr auf dieſes Jetzt gefreut, wo ich meine Nina, das Kind meines Herzens, wiederſehen würde, wo ſie ſich willig fin⸗ den ließe, mir zu folgen und die letzte Bitte ihres Vaters zu erfüllen. Warum jetzt nicht?“

„Edla, Evla! Ach! ſprich nicht ſo!“ bat die tiefer⸗ ſchütterte Nina.

„Und warum nicht ſo?“ fragte Edla ernſthafter. „Was ſollen dieſe Ausrufungen, dieſe heftigen Thränen? Nina! Was machſt du?“

„Edla, laß mich hier zu deinen Füßen liegen! Laß mich mein ganzes Herz dir öffnen!“ bat Nina, indem ſie der Schweſter zu Füßen ſank und ihr Geſicht in ihren Händen barg.„ Evla, blicke mich nicht ſo ſtreng an! Meine Schweſter—— meine Pfleg⸗ mutter.

„Nun wohlan,“ unterbrach ſie Edla mit einer flüch⸗ tigen Bewegung der Ungeduld.

„Nun wohlan, Edla! Ich kann Graf Ludwig nicht wieder ſehen, ohne ihm und dir zu erklären... daß ich ihm nicht angehören kann... daß ich von ganzer Seele, von ganzem Herzen einen Andern liebe.“

Evla wandte ihr Geſicht ab. Mit tiefem Schmerz ſagte ſie:„So iſt es alſo wahr, was man mir geſagt hat— was ich zu glauben verweigerte was Nina ihrer Schweſter bisher nicht zu eröffnen wagte. Nina, Rina! Denk an Don Juan!“

Nina erhob ſich. Demüthig, aber mit Selbſtgefühl und glühenden Wangen ſagte ſie:

„Ich will an ihn denken, Edla, aber um ihn und das ſchwache Geſchöpf, das ich damals war, zu verab⸗