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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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wohl berechnet war, Ninas aufgeregte Gefühle zu beruhi⸗ gen. Dieß gelang ihr auch, denn Nichts iſt ſo geeignet, des Herzens unruhiges Pochen für irdiſches Wohl oder Weh zu beſchwichtigen, als der Gedanke an den Augen⸗ blick, wo Beides aufhören, wo Alles um uns her ſich ver⸗ wandeln wird. Auch lag in Evlas Stimme und Weſen eine ungewöhnliche Milde, die Nina wohl that. Unwill⸗ kürlich ſchöpfte ſie Hoffnung für die Zukunft und ihre Bruſt athmete leichter.

„Und jetzt,“— ſo ſchloß Edla—„habe ich eine Bitte an dich. Komm mit mir, begleite mich auf mein Zimmer und bleibe bei mir. Ich habe dir viel zu ſagen, und— ich erwarte heute Abend noch einen Beſuch; er gilt eigentlich dir und wird dir nicht unerwartet kommen. Nina! Graf Ludwig folgt mir auf dem Fuße. Es iſt ein Jahr vergangen, ſeit ihr euch getrennt habt. Nina, ich bringe dir deines Vaters Segen zu deiner bevorſtehen⸗ den Verbindung mit. In den lichten Augenblicken, die er noch vor ſeinem Tode hatte, ſprach er beinahe bloß von deiner Vermählung mit Graf Ludwig und ſandte ſeinem Liebling die Bitte zu, den edelſten Mann glücklich zu ma⸗ chen. Komm, Nina! Die Mutter wird mir in dieſem Augenblick die Bitte nicht abſchlagen, dich allein bei mir zu haben— komm, damit ich deine Hand in die des red⸗ lichſten Mannes lege.“

Nina war gewohnt, Edla in ihrer Seele leſen zu laſſen; in dieſem entſcheidenden Augenblicke konnte ſie ihr ihr Herz nicht verſchließen, ohne falſch zu ſein. Die Klug⸗ heit würde ihr zwar gerathen haben, die fürchterliche Er⸗ klärung wo moglich aufzuſchieben und mit einem Bekennt⸗ niſſe zu zögern. Allein die Ueberraſchung des Augenblicks, die Einfachheit in Ninas Seele, ihr altgewohntes Ver⸗ trauen und ein tiefes Bedürfniß, offen gegen Edla zu ſein, beſchleunigten die gefährliche Erklärung. Mit bleichen Lippen und einem Zittern, das durch ihr ganzes Weſen ging, ſtammelte Nina:„Edla!„ GEdla! Ich kann nicht„kann dir jetzt nicht folgen.“

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