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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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mit einer Innigkeit, die ſich prophetiſch der Zukunft zu bemächtigen ſchien.„Kann ich nicht frei ſprechen und handeln? Glaube mir, Edla kann und wird uns nicht trennen. Ach, Evuard! du biſt mir mehr werth, als ſie, als die ganze Welt. Seit ich dich liebe, bin ich nicht mehr ſchwach. Ich habe Kraft, Vielem zu widerſtehen— ja ich fühle es, ſogar dem Willen Eplas. Aber Edla wird einſehen, Edla wird begreifen, daß es für mich kein Leben, keine Freude auf Erden, keine Seligkeit im Himmel gibt— außer durch dich, Eouard! Ich will ſie bitten, ich will ſie bitten„ ach ich fühle es, ich werde ſie erweichen. Sie wird mich nicht von dir trennen!“

So ſprach Nina lange, innig und voll Holvſeligkeit. Hervey hörte ſie an und betrachtete ſie. Ein heftiges Verlangen, ſie an ſein Herz zu drücken, ſie Braut zu nennen, brannte in ſeiner Seele. Er wollte damit gleich⸗ ſam die unheimlichen Ahnungen beſchwören, die in ſeiner Bruſt von Trennung ſprachen, und Nina für ewig an ſich feſſeln. Flammend von Liebe und Schmerz nahte er ſich ihr;— da erblickte er Furcht in ihrem Geſichte, er wurde einen Augenblick ungerecht:„Nina?“ fragte er mit flammendem Blick:

„Geliebter,“ antwortete leiſe die bleiche, trauerum⸗ hüllte Geſtalt—„es ſteht in deiner Macht, mich glück⸗ lich oder aber zur Verbrecherin zu machen. Siehſt du die Wellen zu meinen Füßen?— Wirf mich hinab in ihre Tiefe, und ich werde ſtill ſein, werde nicht klagen— ich werde weniger davor beben, als wenn du meine Bitte und dein Verſprechen vergeſſen ſollteſt. Eduard, gib mir lieber den Tod! Ach von deiner geliebten Hand würde er mir ſüß ſein.“

Bei dieſen Worten, bei dieſen Tönen legte ſich die wilde Wallung in Herveys Bruſt. Er beugte ſeine Kniee vor dem geliebten Weſen, und drückte ihre Hand an ſeine brennende Stirne.„Nina, ver⸗ zeihe mir!“ ſagte er mit bebender Stimme—„aber