Druckschrift 
Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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disputirt mit ſeinen Kameraden— eine vortreffliche Uebung für Verſtand und Lunge; Bewegung, Leben, Wetteifer, Freundſchaftsbande, weiſe Lehrer, leicht zugängliche Mittel zur Wiſſenſchaft, ja ſchon die akademiſche Atmoſphäre ſelbſt, die er einathmet, Alles dieß führt ihn vorwärts, hilft das Gefühl anfeuern, die Gedanken nähren, und ihn zum Magiſter promoviren. Iſt dann der Lorbeerkranz gewonnen und der Wiſſensdurſt noch gleich ſtark, ſo hat er einen Pokal, aus dem er trinken kann, genannt die Welt. Auf der Spitze des Montblancs kann er die Sterne betrachten, in den Gruben Golkonda's Gold bre⸗ chen, mit Kapitän Roß an den Nordpol fahren, von der Küſte des Feuerlandes die Sonne aufgehen ſehen, in Is⸗ land Runen, in Indien Sanskrit leſen, in Aſien Ruinen und in Amerika neue Staaten ſehen. Die Paläſte der Könige, und die finſtern Wohnungen der Verbrecher ſind ihm geöffnet; in das Arbeitszimmer der Gelehrten hat er Zutritt; der Glückliche! Wie könnte er nicht aufge⸗ klärt werden, nicht die ganze Welt mit ſeinem Wiſſen um⸗ faſſen! Evla war zwei und zwanzig Jahre alt, ehe ſie mit einiger Ordnung, mit einigem Syſtem zu denken und zu arbeiten begann. Eine unerſetzliche, eine leere und ver⸗ pfuſchte Zeit lag hinter ihr. Und überdieß.. es leben die philanthropiſchen Grundſätze unſerer Zeit, auch in Be⸗ treff der Erziehung der Frauen! Aber mein allerbeſter und klaräugiger Leſer, wer muß nicht ſehen, wie ungleich, wie ganz anders es ſich mit der Gelegenheit und den Mitteln zur Erwerbung wirklicher Wiſſenſchaften verhält? Ich brauche den Unterſchied nicht zu zeigen; er ſpringt von ſelbſt in die Augen; vielleicht ſoll, vielleicht muß es einen geben— ich weiß nicht! Es iſt mir oft vorge⸗ kommen, als hätte die Natur ſelbſt in der Stille ein Wörtchen dazu geſprochen; und iſt es ſo, du gute und weiſe Mutter! ſo werden deine Töchter dir gewiß gerne folgen,— du wirſt ſie deßhalb vielleicht näher an deine Bruſt legen. Gewiß iſt, daß Edla die Feſſeln tief fühlte,