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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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durchgekämpft, daß ſie nicht in trägem Schlummer, ſon⸗ dern forſchend und vurchvringend Klarheit mit dem Leben erſtrebt hatte. Ja, gekämpft hatte Edla gewiß;— unver⸗ kennbare Züge von Leiden in ihrem Geſicht, ein halber⸗ ſtickter Seufzer, der zuweilen ihre Bruſt hob, legten Zeug⸗ niß davon ab. Dem ſei, wie ihm wolle, es war jetzt Alles überwunden, beruhigt, verklärt;— Alles war gut. Und ſchweigend hatte ſie gelitten und gekämpft. Niemand wußte von Edlas Schmerz zu erzählen; ſie ſelbſt that es am wenigſten von Allen.

Wir verließen Edla vor vierzehn Jahren, als ſie ihre erſte Bekanntſchaft mit einer gründlicheren Bildung machte. Feurig und ernſt ſchritt ſie auf ihrem Wege weiter. Sie dürſtete nach Wiſſenſchaft und Wahrheit. Den Blick bald zum Himmel erhoben, bald prüfend in die Tiefe des eigenen Herzens geſenkt, bald die Lehren der Weiſen um Rath fragend, lebte ſie ſtille und glücklich und ihre Seele war voll von ſchönen Hoffnungen auf eine reiche Zukunft; aber auf einmal wurde ihr einſames Leben geſtört. Ihre kleine Schweſter Mina ſtarb und Nina verfiel in eine zehrende Krankheit, wie ſie nicht ſelten bei einem Zwillingskinde vorkommen, das ſeine Schweſterſeele, die Hälfte ſeines Lebens, verloren hat. Edla rettete ſie vom Tode und ein inniges Erbarmen über das zarte Geſchöpf ergriff ihre Seele. Sie nahmi das Kind an ihr Herz und nannte es ihr Kind. Mamſell Rönnqvist hatte das Haus des Präſidenten mit dem Adelaidens vertauſcht. Nina blieb in Edlas Obhut und Edla wurde ihre Mutter. Sie theilte ihr Leben zwiſchen ihr, ihrem Vater und ihren Büchern. Es leben die Bü⸗ cher! Aber wer wird aus Büchern allein klug 2

Wie macht es der Mann, wenn die Begierde nach Wiſſenſchaft ihn ergreift? Mit jungen Jahren reist er auf Univerſitäten, hört die Vorleſungen der Gelehrten, legt den Grund zur künftigen Wiſſenſchaft, liest, ſchnupft und reibt ſich am Kopfez(man glaubt gar nicht, wie dieſe letz⸗ tern Operationen die Entwicklung der Ideen befördern). Er