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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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Aber in unſerer Zeit und in unſeren Geſellſchaften lobe ich mir denjenigen, welcher ſich hütet, ſtumm und lang⸗ weilig zu ſein. Ich war mehremal mit Klara in Geſell⸗ ſchaft, und habe nie ein anderes Wort von ihr gehoͤrt, als ja oder nein. Lächerlichkeiten und Narrheiten aller Art ſind tauſendmal liebenswürdiger, als dieſe tödtende Ein⸗ formigkeit.“

„Wie allerliebſt und angenehm müſſen Sie dann die Fräulein F. finden, denn dieſe ſitzen keinen Augenblick ſtille und ſprechen über Alles die Kreuz und die Quer.“

„Nein, ſie gefallen mir nicht, ſie ſind unangenehm und eine wahre Plage; da iſt Klara weit beſſer;— kennen Sie die F.?“

„Eln wenig welche glauben, und ſich der Meinung hinzugeben ſch vie Lammer ihre wollene Kleidung mi gen;— dieſe Theorie aber führt ein gewiſſes Unbehagen mit ſich, welches auf das Leben und Weſen der Mädchen anſteckend wirkt. Sie können nur ſelten in Geſellſchaft

ſein, und wenn ſie da ſind, ſo machen ſie Sprünge wie die lieben Schafe.“

„Ich beklage ſie von ganzem Herzen und wünſche nur, daß ihr Vater ſeine Theorie ändern, oder die Töchter ler⸗ nen mögen, ſich auch zu Hauſe wohl zu befinden.“

„Amen! Aber ich bitte Sie, ſehen Sie jetzt die Ge⸗ neralin P., in dem blauen Atlaskleid dort, ein wenig an. Was ſagen Sie von dieſer Farbe, von dieſem Ausſehen bei vollen fünfzig Jahren? Und doch hat ſie manche Sorge, manchen Kummer im Leben gehabt. Wiſſen Sie wohl, wie ſie bei dem Allen ihre Jugendfriſche und gute Laune erhalten hat?“

„Ich bin neugierig.“

„Ja, meine Gnädigſte, wenn man bedenkt, was es eigentlich iſt, wodurch ſich manche Menſchen durch die Welt helfen, ſo bekommt man wunderliche Gedanken.“

Ihr Vater gehört zu den weiſen Vätern, die Töchter dürfen durchaus Nichts koſten, einen, ſie ſollten wie t auf die Welt brin⸗

„Zur Sache, zur Sache zuerſt, dann können wir