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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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junge Dame, die ſo ſtill und ruhig vort ſitzt?— Ein gar zu angenehmes Weſen;.. wirklich ein recht lieb⸗ liches Mädchen.“

„Sie ſind heute Abend ganz beſonders gütig. Ich glaube feſt, daß ſie ein recht artiges Mädchen iſt, nur kommt ſie mir etwas ſchwerfällig und langweilig vor. Ich verkehre mit ihr am liebſten in der Ferne. Sie heißt Klara S. und iſt eine Art Erbſtück, das meine Couſine, die nun⸗ mehrige Präſidentin, von einem ihrer gelehrten Freunde, der vor ein paar Monaten geſtorben iſt, übernommen hat. Das Mädchen hat auf der Welt Nichts, deßwegen will die Gräfin jetzt eine gute Partie für ſie ſuchen und ihr eine ſchöne Ausſteuer geben.“

„Das iſt gar nicht dumm. Eine recht gute Idee! Das Mädchen iſt meiner Seel allerliebſt. Sie könnte juſt eine Frau für mich abgeben— wenn ſie nota bene ſo klug wäre, und mich haben wollte. Sie ſieht mir aus, als ob ſie eine recht gute, recht verſtändige Hausfrau wer⸗ den könnte. Wenn man ſie genau betrachtet, ſo hat ſie etwas überaus Schoͤnes an ſich— Etwas, das man im Anfang überſieht! Etwas Heiliges„„

„Nein, nein, Baron! So geht es nicht an! Sie verlieben ſich in jedes Frauenzimmer, und machen aus den gewöhnlichſten Menſchenkindern Engel und Heilige. Eſſen Sie ein Glas Eis und kommen Sie wieder zur Vernunft.“

„Ganz, wie Sie befehlen! Aber ich mußte doch die junge Dame und ihre unvergleichliche Ruhe bewundern. Sie ſcheint in einem Zuſtand zu leben, den la Bruyöre das goldene Zeitalter nennt: ſie bekümmert ſich um Nie⸗ mand und verlangt auch nicht, daß Jemand ſich um ſie bekümmern ſoll. Madame W. mit ihrem Paradiesvogel ſieht nicht halb ſo unbekümmert aus. Dieß muß ein recht behaglicher, ein ganz eigenthümlicher Zuſtand ſein.“

„Dieß mag für das goldene Zeitalter recht brav ge⸗ weſen ſein, wo man vermuthlich alle möglichen Annehm⸗ lichkeiten gehabt hat, von denen wir jetzt Nichts wiſſen.