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Sünden gnädig!) iſt ſie noch bewundernswürdig ſchön. Die Figur iſt majeſtätiſch und ſchlank, der Teint blendend weiß, durch einen leichten Auftrag von ächtem Carmin noch ein wenig hervorgehoben(Si, ei, heute bin ich auf gutem Wege!) Ihre Haltung iſt edel, man ſieht, daß ſie geſchaffen iſt zu gefallen und Herzen zu gewinnen. Ihre Kleidung iſt äußerſt prachtvoll, Juwelen ſtrahlen in den Haaren, Juwelen ſtrahlen an den Armen und auf der Bruſt; welche Spitzen, ich weiß ſelbſt nicht mehr Alles, was! Mit welcher Anmuth ſie bei der Trauung die Kniee beugt, mit welcher Majeſtät ſie ſich nachher wiederum erhebt! Eine ſtille Würde herrſcht in Allem, was ſie thut und läßt; gegen ihren neuvermähl⸗ ten Gatten zeigt ſie eine milde Herablaſſung. Ihre Augen ruhen oft mit einem Ausdruck von Zärtlichkeit und Be⸗ wunderung auf Nina, die in weißen Flor gekleidet, das glänzende Haar wie von Feenhand geordnet, un⸗ möglich einen andern Gedanken aufkommen läßt, als: „Du Engel du!“ Die Braut will, daß Nina neben ihr ſitze, und ſcheint ſie jetzt als eine Art Eigenthum zu betrachten.
Der Präſident nimmt ſich nicht übel aus. Er iſt noch ein hübſcher Mann, hat eine vortreffliche Haltung und das Etwas gerundete Bäuchlein ſtempelt ihn noch nicht zum Greiſe. Ueberdieß verbreitet das blaue Band eine Illuſion darüber. Brillanten leuchten in ſeinem Ordensſtern und die Liebe leuchtet in den Augen des glücklichen Bräutigams. Er hält ſich unmittelbar neben ſeiner Gemahlin, er hält ihren Shawls, er hält ſie ſehr lieb, aber Alles mit Haltung, er gibt den Augenzäh⸗ nen der Satyre nichts zu beißen. Nun, er iſt auch nicht umſonſt eine Exeellenz, ſie nicht umfonſt ſo vornehm und ſo ſchön. Auch Evla iſt feſtlich gekleidet, und zwar eben ſo geſchmackvoll, als koſtbar. Sie weiß, daß es ihrem Vater Freude macht. Sie iſt ruhig und klar in ihrem Weſen gegen Alle und freundlich gegen ihre Stief⸗ mutter, die ihr aufs einſchmeichelnvſte entgegenkommt.


