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31 Hochzeit.
Seht wie ſtattlich dort die Braut, Und der Bräut'gam wie ſo traut! Hochzeitsgaſt.
Confekt, Lichter, eine Maſſe Leute, Trauung, Prie⸗ ſter, Aufwärter die ſchwere Noth, Alles recht vornehm und recht ſteif, Gratulationen und Complimente, Bowlen und Geſundheiten bilden die Geſchichte mancher Hochzeit und ſo auch dieſer.
„Wie? Sollen wir wieder ſo kümmerlich mit Gewöhn⸗ lichem abgeſpeist werden?“ höre ich von den Lippen mei⸗ ner Leſerinnen;„Du ſchmeichelteſt uns mit der Ausſicht auf einen recht leckern Biſſen, und jetzt wird es wieder ein Alltagsgericht.“
Allertheuerſte! Ich habe geſündigt gegen den Präfi⸗ denten und gegen dich; aber— ich kann nun einmal nicht dafür— die Feſte des Lebens: Krönungen, Hochzeiten u. ſ. w. haben keine recht lebendigen Farben in meiner Seele. Eine einſame Morgenſtunde bei Sonnenaufgang, ein Seufzer aus gepreßter Bruſt, zweier Freunde Handſchlag in der letzten Stunde des Lebens,— das gibt Gedanken ein, das macht das Herz ſchlagen und die Feder fliegen, aber
„Aber eine Hochzeit? Ein Moment, wo zwei Her⸗ zen, zwei ewige Geiſter im Namen Gottes auf ewig ver⸗ einigt werden?!“
Amen! Das iſt gewiß göttlich! Wenn ſie nur nicht heute Ja zu einanter ſagen, um ſodann das ganze Leben hindurch Nein zu ſagen. Aber ich werde immer ſchlim⸗ mer, denn jetzt gilt es der guten Menſchennatur ſelbſt. Zur Ordnung, zur Hochzeit zurück, und was dieſe ge⸗ währen kann, ſollſt du, o Leſerin, erhalten.
Bewundere die Braut! Mit ihren 45 Jahren(jetzt begehe ich Hochverrath gegen ſie; Gott ſei allen meinen


