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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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Die Nachricht von der Verlobung des Präſidenten machte großes Aufſehen und erregte viel Verwunderung in der Stadt. Man rieth hin und her, was ihn wohl in ſeinen alten Tagen zu dieſer Verbindung vermocht habe. Einige ſagten, die Gräfin M. habe ſelbſt gefreit, und der Präſident habe aus Ueberraſchung und Artigkeit Ja ge⸗ ſagt. Andere meinten, das alte Fräulein(Edla) mache ihm einen harten Stand, ſie vergeſſe über ihren Büchern den Vater u. ſ. w. Wider Andere behaupteten, der Prä⸗ ſident beabſichtige davurch ſeine derangirten Angelegenheiten wider in Stand zu ſetzen(ein Ausdruck, der gegenwärtig ganz gäng und gäbe iſt). Wir, die wir einige Einſicht in die Sache beſitzen, flüſtern dem Leſer den wahren Stand der Dinge ins Ohr: der Präſident hatte einen ſchweren Kampf gehabt mit dem kleinen Kupido. Der Schelm hatte ihn verwundet.

Viele wunderten ſich auch über die Gräfin, wie ſie, ſo reich und noch ſo ſchön, einen alten Mann nehmen möge. Einige behaupteten, ſie thue es nur, um ihren Ehrgeiz zu kitzeln: Andere meinten, ſie wolle dadurch einen allzulangen unſchlüſſigen Freier beſtrafen. Fräulein Sen⸗ timentalität verſicherte, es ſei eine alte Neigung, die ſich bis in die zarten Kinderjahre der Gräfin und Sr. Ercel⸗ lenz zurückdatire und nun auf einmal in Hochzeitsflammen aufſchlage. Wir glauben— wenn man uns gütigſt er⸗ lauben will— daß es keiner ſo gewichtigen Gründe zum Heirathen bedarf; ja daß zuweilen gar keine Gründe nö⸗ thig ſind; wir glauben, daß man oft heirathet, weil man gerade nichts Anderes zu thun hat.

Bei gewiſſen Heirathsgeſchichten, beſonders unter Leu⸗ ten comme il faut, iſt ſo unendlich wenig von Liebe und Freierei zu ſagen, daß man nicht ſchnell genug zur Hoch⸗ zeit kommen kann. Dieſer Fall trifft auch hier ein. Folgt alſo die

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