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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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lag Etwas in dieſen Worten, das Edla ſchmerzte; ſie fuhr fort zu beten:

Gib, daß ſie mich liebt! Wenn es möglich iſt, ſo laß ſie für mich etwas von der Zärtlichkeit empfinden, die ich für ſie hege.

Mina komm! bat Nina abermals ängſtlich.

Edla fuhr fort:Laß mich, wenn es möglich iſt, allzeit ihr nahe ſein, allzeit über ſie wachen, wie jetzt. Lege, o Gott, auf meine Schultern das Kreuz, das ſie tragen ſoll; theile mir, wenn es möglich iſt, ihr Leiden zu ich bin ſtärker, als ſie. Behüte ſie! Segne ſie!

Edla! ſagte jetzt Nina mit einem Ausdruck von Zärtlichkeit.

Laß ihre Tage klar, ihren Weg eben werden, o Allgütiger! ſchenke ihr Glückſeligkeit, wenn es möglich iſt, ſchon auf Erden. Aber wenn du ſiehſt, daß es nicht gut für ſie iſt, o ſo ſtärke ſie durch Prüfung, durch Lei⸗ den, mache ſie zu deinem Kinde, o Vater, in Luſt und in Noth, im Leben und im Tod! Mache ſie nur zu deinem Kinde.

Ninas Schlaf war unruhig. Edla ging ebenfalls zu Bette, ſchlief aber nicht, ſondern dachte die ganze Nacht an Nina, bekümmerte ſich um ſie, und lauſchte ihrem Athemzuge. Ein Paarmal meinte ſie, er ſei ſchwächer geworden; leiſe ſtand ſie auf, ging ans Bett der Schwe⸗ ſter, und als ſie beim Schein der Nachtlampe die Farbe auf Ninas Lippen erblickte und ihr friſches, leichtes Ath⸗ men, wie einen Segen auf ihrer Wange fühlte, da kehrte ſie wieder um und dankte Gott.

Laßt uns jetzt mit ihr den Morgen begrüßen und etwas Neues vorführen.