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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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du da kamſt, und mich mit deinen Thränen erwärmteſt und mit veinen Worten erweckteſt und ich wieder warm wurde und die Augen öffnete und das Licht und dich ſah, da, Edla, wurde ich dein, mein Leben war deine Gabe und ich fühlte, daß meine Zukunft in deiner Hand lag. Und ſo iſt es auch, Edla; ich kann nicht daran denken, deinem Willen nicht zu folgen, dir nicht in allem zu ge⸗ horchen.

Du biſt mein gutes Kind! ſagte Edla freundlich, aber wir haben einander heute Abend aufgeregt und das iſt nicht brav. Gehe jetzt zur Ruhe. Ich bin nicht ſchlä⸗ frig, und will mich an dein Bett ſetzen und laut leſen, bis du einſchläfſt. Nina gehorchte, erfreut über dieſes Verſprechen.

Und was las Edla ihrer Nina wohl vor? Ohne Zweifel eine Predigt, um ſie moraliſch einzuſchläfern, oder nahm ſie die Aſen vom Bücherſchranke herab, um die ſchwache Schweſter recht kräftig zu ſtärken? ſpricht viel⸗ leicht hier Fräulein Witzig.

Du mußt noch witziger werden, du Witzige! Edla las lebhaft aus Frau Lenngrens lebensvollen Schriften, und Nina ſchlief mit einem Lächeln auf den Lippen ein.

Da ſchwieg Edla und neigte ſich zu der Schweſter, mit Entzücken das engelgleiche Geſicht betrachtend, wor⸗ auf ſich in dieſem Augenblick Unſchuld und Ruhe vereinigt hatten, um den lieblichſten Ausdruck hervorzurufen. Un⸗ willkürlich falteten ſich ihre Hände und ſie betete aus in⸗ brünſtigem Herzen:

O mein Gott! wache über ſie! Stärke ihre Schwach⸗ heit! Behüte ſie! Gib mir Kraft, ſie zum Guten zu lei⸗ ten, zu dem Leben, welches das deinige iſt. Sie iſt das Kind meines Herzens, meiner Sorgen. Laß mich die Schwachheit niederkämpfen, die ich für ſie fühle. Laß mich ſie zu dir führen, wenn auch durch Leiden.

Hier bewegte Nina ihre Arme, die auf der Decke lagen und flüſterte bittend:Mina, komm Mina! Es