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verlaß mich nicht. Es liegt wie ein Nebel über mir; ich ſehe noch nicht deutlich, ich verſtehe das Leben, ver⸗ ſtehe mich ſelbſt noch nicht.“
„Du wirſt thätigen Antheil am Leben nehmen, Nina. Dann wird es dir klar werden.“
„Und werde ich glücklich ſein? werde ich ein fröh⸗ liches, heiteres Leben führen?“
„Nina, ich wünſchte, daß du nicht ſo viel darnach fragteſt. Haben jene ausgezeichneten Menſchen auch ſo gefragt, die wir aus der alten und neuen Zeit bewundern, die nur für das Gute allein, für die beſſern Tage der Erde, für den Himmel lebten 2“
„Oſich bin ſchwach,“ ſagte Nina, indem ſie mit dem Finger eine hervorqnellende Thräne zerdrückte.
„Ja, das biſt du,“ erwiederte Edla mit einem Ernſt, der wie Strenge klang. Aber Nina, wir ſollten uns unſe⸗ rer Schwachheit ſchämen und alle unſere Kraft aufbieten, um ſie zu bekämpfen. Nur die EFrbärmlichkeit jammert über ſich ſelbſt, ohne ſich zu erheben. Es iſt ſchau der⸗ haft, ſeine eigene Verachtung zu verdienen, und doch iſt dieß das Loos des ſchwachen Menſchen. Er weiß nicht, was Selbſtbeherrſchung heißt; er kennt die Seligkeit nicht, zu den Bedrängniſſen des Lebens ſagen zu können: „Ihr vermögt mich nicht irre zu machen!“ zu dem Schmerze: „Du kannſt mich nicht zermalmen!“ Er bereut heute den Fehler, den er geſtern begangen hat, und begeht ihn mor⸗ gen auf's Neue. Er will ſich erheben und ſtark werden, allein die Zeit vergeht in Trägheit, in kraftloſen Wün⸗ ſchen. Er weiß nicht, was kämpfen heißt, und weiß nicht, was ſiegen heißt; er ſieht den Abgrund, hat aber nicht die Kraft, ſich zu entfernen. Wie beklagenswerth... wie verächtlich Nina! Du wirſt blaß„
„Es iſt Nichts! Es geht vorüber.... GEbla! Deine Worte„Edla, verachte mich nicht!“ Und
ſie blickte angſtvoll und mit gefalteten Händen zu ihr empor.


