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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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eine ſanfte, liebenswürdige Frau ihn mit dem Leben ver⸗ ſohnt und ihn die Menſchen lieben lehrt, für deren Wohl er indeß beſtändig arbeitet. Will meine Nina nicht ſein guter Engel werden? Ich will, was du willſt, Edla, ſagte Nina, indem ſie mit ihren Lippen der Schweſter Arm berührte.Er⸗ p zähle mir von ihm, daß ich ihn lieben muß. O wenn er unglücklich, wenn er einſam geweſen iſt, wenn er von nie⸗ mand geliebt wurde und Niemand hatte, den er lieben konnte, ſo will ich ihm meine Zärtlichkeit ſchenken und Alles, was in meinen Kräften ſteht, thun, um ihn glück⸗ lich zu machen. Edla ſchlang gerührt ihre Arme um die zarte Schweſter; als ſie aber das Zittern ſpürte, das bei Nina ſo leicht auf zärtliche Anſtrengungen des Gefühls folgte, ſo zog ſie ſich zurück und ſagte, indem ſie ſich ruhig neben ſie ſeste:Ich will dir ſagen, was ich von Graf Ludwigs Leben weiß. Er kann es nicht übel nehmen und er bedarf

und verdient eine Freundin, die beſſer, als er ſelbſt

könnte, bei dir für ihn ſpricht. Du weißt, daß er der älteſte Sohn einer der reichſten und vornehmſten Familien 2 unſeres Landes iſt. Pracht, aber keine Freude, keine Zärt⸗ lichkeit umgab ſeine Wiege. Beinahe von der Stunde ſeiner Geburt an war er von ſeiner Mutter nicht gut ge⸗ u litten. Sein elterliches Haus war für ihn freudlos und unglücklich. Eitelkeit, Sittenloſigkeit und ein launiſcher Deſpotismus herrſchten darin nebſt all' den Widerwärtig⸗ keiten, die ihr Gefolge bilden. Seine Eltern waren ein⸗ 5 ander zur Plage und rächten ſich dafür an dem Kinde Ludwig. Gewalt und Ungerechtigkeit waren ſeine erſten Erfahrungen im Leben. Aber mitten unter dieſen Bei⸗ 4 ſpielen erbärmlicher Schlaffheit, mitten unter dieſem grau⸗

ſamen Drucke ſtählte ſich Herz und Gemüth des herrlichen 5 Knaben. Er fing frühzeitig an, Wahrheit und Ordnung k zu lieben. Er befeſtigte ſich in einer Richtung die Allem, was er um ſich ſah, geradezu entgegengeſetzt war, und S

wurde er dadurch zu ve rſchloſſen und ſtreng, ſo geſchah