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„Edla! Du haſt ſo fühlen können und ſo überwun⸗ den! Du biſt ſo ruhig und ſtark! Wie überwindet man ſeine Schwachheit, Edla 2“
„Dadurch, daß man ſich recht innig an ein ſtärkeres, ein hoheres Leben anſchließt— an Goit oder an einen kraftvollen und klaren Menſchen.“
„Edla, behalte mich lieb! Laß mich immer bei dir bleiben. Ich werde mich dann nie unglücklich fühlen; ich werde dann ſtärker werden, ich werde werden, wie du mich haben willſt.“
Evla verbarg die Rührung, womit ſie dieſe Worte hörte und ſagte:„Ich glaube, Nina, daß du bald eine beſſere Stütze, als mich, bekommen wirſt, eine, an deren Seite du nützlicher für deine Mitmenſchen wirken kannſt. Graf Ludwig liebt dich..“
Ein leichter Schauder durchzuckte Nina. Edla be⸗ merkte es und ſagte mit Unruhe:„Du haſt doch wohl keinen Widerwillen gegen ihn, Nina?“
„Nein, aber er iſt ſo ſtreng, ſo kalt, ich empfinde etwas wie Angſt vor ihm.“
„Streng, kalt!“ wiederholte Edla.„Meine beſte Nina, in unſerer weichlichen Zeit ſcheint Jeder leicht ſo, der einen entſchiedenen und kraftvollen Willen hat und ſich nicht nach den Launen Anderer fügt. Was ich fürchte, was mir von ganzem Herzen zuwider iſt, iſt eben die Schwachheit und Schlaffheit, die in ſo vielen Gemüthern herrſcht; jene Dämmerung in den Seelen, welche macht, daß man nicht weiß, was man will, daß man nur für Augenblicke wirkt, daß man Alles nur halb, nur ſchwach, nur unvollkommen thut daß das ganze Leben zum Schattenſpiel herabfinkt. Wie ganz anders iſt nicht Graf Ludwig— wie feſt, wie klar, wie geordnet ſein Wirken! Ich kenne Ludwig ſeit ſeiner Kindheit und ich weiß keinen beſſern, keinen edlern Menſchen. Allein das Leben war rauh für ihn; die ſchmerzlichſten Erfahrungen haben ſein Herz verwundet und Etwas, wie Bitterkeit, in ſein Gemüth geworfen. Er verdient es wohl, daß


