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auf den Tiſch geſtützt. Ihr Haar floß in reichen Wogen über die feingerundeten, ſchneeweißen Arme. So ſaß ſie lange, mehr träumend als nachdenkend, und halberſückte Seufzer hoben ihre Bruſt. Ihr Anblick rührte Edla. Die Strenge ſchmolz in ihrem Herzen. Nina merkte ihr Hereinkommen nicht, aber eine Hand, welche leicht und ſchmeichelnd über ihren Kopf hinſtrich, veranlaßte ſie, aufzuſchauen und ihre Augen begegneten Edlas freundlich forſchendem Blicke. Es lag etwas ungewöhnlich Zärt⸗ liches in ihrem Ausdruck, und in Ninas Bruſt war eine Saite, die bei der geringſten freundlichen Berührung er⸗ klang. Sie ließ ihren Kopf auf Edlas Arm ruhen, und blickte zu ihr auf mit ihrem engelſchönen, aber blaſſen Geſichte, worin ſich Vertrauen und eine Art wehmüthiger Freude ſpiegelte.
„So in Gedanken und warum?“ fragte Edla und ihre ruhige Stimme, ihr klares beſtimmtes Weſen bildete einen merkwürdigen Contraſt zu dem in Lieblichkeit und Wehmuth beinahe aufgelöſten Weſen Ninas.
„Ich weiß ſelbſt nicht,“ antwortete Nina—„ich wollte, du erklärteſt mir das. Es iſt mir, als zögen Wolken über meine Seele herauf. Sie beunruhigen mich.“
„Und dieſe Wolken, haben ſie eine beſtimmte Ge⸗ ſtalt, eine Bedeutung?“
„Nein, wenigſtens keine klare, aber ſie kommen oft; ich moͤchte ſie durchdringen können— ſie verhüllen eine Klarheit die ich ahne. Ach Edla, ſage mir, was iſt das Leben? was heißt Leben?“
Edla zog ihren Arm ſanft unter Ninas Kopf hin⸗ weg und ſetzte ſich ſtille zu ihr.
„Das Leben, mein gutes Kind, iſt ein Kampf. Leben heißt, ſeine Kraft, ſeine Güte entwickeln.“
„Aber das Glück, Edla, was iſt Glück?“
„Sich ſelbſt beſitzen— Frieden und Freiheit der Seele.“
„Aber, Edla, was iſt Genuß, was iſt Freude? Wie empfindet man ſie, woher kommt ſie? Ich verſpüre mit⸗ Bremer, Rina. 2


