digen, und denken wenig an all das Elend, daß ſie ver⸗ urſachen, oder an uns arme Frauenzimmer, die vor Jam⸗ mer und Angſt vergehen moͤchten.“
„Wenn ein mächtiger Wille ſich einen Weg bohnt,“ antwortete Graf Ludwig,„ſo müſſen kleinliche Rückſichten weichen, und es ſteht einem Helden, der für das Wohl von Millionen ſtreitet, nicht an, nach dem Miauen eini⸗ ger Katzen oder dem Geſchrei einiger Weiber zu fragen.“
„Mein Gott, Vetter Ludwig, wie mögen Sie ſo ſprechen! Nina, was ſagſt du dazu?“
„Ich glaube, er hat Recht,“ erwiederte Nina mit ſchüchterner, melodiſcher Stimme, aber..
„Nun, aber.
„Aber— es hätte beſſer geſagt werden können!“ fuhr Nina tief erröthend fort.
Auch Graf Ludwig erröthete flüchtig, indem er ſagte: „Sie, Fräulein Nina, gehören nicht zu den Weibern, für welche dieſer Ausdruck gilt. Sie wiſſen ohne Zweifel, man ſich dem Nothwendigen mit Ruhe unterwerfen muß.“
„Ich weiß nicht„ich fürchte, ich bin ſo ſchwach, wie jede andere,— und die Nothwendigkeit des Kriegs erſcheint mir bitter. Warum ſoll er überhaupt eine Noth⸗ wendigkeit ſein? Warum ſoll es Unterdrücker und Unter⸗ drückte geben?“
„Weil es der Welt Lauf ſo iſt,“ erwiederte Graf Ludwig kalt,„und wir ihn nicht ändern können.“
„Wenn man doch wenigſtens mit den Türken Krieg führte!“ ſagte Alerandrine,„Dieſe ſind ein garſtiges Volk, das man aus Europa vertreiben ſollte. Ihre heil⸗ loſe Religion erlaubt ihnen, ein Frauenzimmer, das einen Fehltritt begeht, zu erſäufen. Hu! Nina, haſt du die Anekdote im letzten Modejournal geleſen?— Sie hat mir meine ganze Nachtruhe geraubt.“
„Gefällt Ihnen vielleicht die Humanität und Frei⸗ heit in den Sitten beſſer, wie ſie unter Orleans und zu Ludwigs XIV. Zeiten im allerchriſtlichſten Frankreich
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