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Nina : Erzählung / von Friederike Bremer. Aus dem Schwedischen übersetzt von G. Fink
Entstehung
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In einiger Entfernung von ihnen erblicken wir am Fenſter eine andere Gruppe. Eine ſehr ſchöne junge Dame iſt beſchäftigt, einige friſche Blumen abzuzeichnen, die vor ihr in einem Glaſe ſtehen. Eine andere nicht junge und noch weniger ſchöne Dame, aber mit äußerſt gewählter Toilette, ſitzt neben ihr und ſtickt eine Hirtin in Tapiſſerie. Vor ihnen, das große ſcharfe Auge unabläſſig auf das Madonnengeſicht der Jüngeren geheftet, ſteht ein ſtattli⸗ cher, vornehm ausſehender Mann.

Der Präſident ich kann es mir nicht abgewöhnen, ihn ſo zu nennen war nach dem Schach und Thee in eine heitere Stimmung gerathen; mit einiger Bewegung betrachtete er die Gruppe am Fenſter, und ſagte zu Edla:

Man muß geſtehen, ein ſchöneres Paar als Nina und Graf Ludwig läßt ſich kaum denken. Es thut Einem in der Seele wohl, ſie nur anzuſehen. Wenn ich daran denke, daß Nina mich gewiß in Bälde verlaſſen wird, und daß auch du, meine beſte Edla, bald einen Gatten glücklich machen dürfteſt, ſo fühle ich.

Was mich betrifft, ſo ift davon gar keine Rede, mein guter Vater. Ich wünſche meine Stellung im Le⸗ ben nicht zu verändern. Ich befinde mich glücklich und werde Sie nie verlaſſen.

Nein, ſagte der Präſident,das kann ich unmög⸗ lich zugeben. Ich kann es nicht dulden, daß du dich ſo ganz für mich aufopferſt. Nein, mein Kind, ſo glücklich deine Zärtlichkeit mich gemacht hat, ſo glücklich ſie mich noch jetzt macht und, zu jeder Zeit machen würde ſo darf ich dich doch nicht verhindern, deinem Berufe zu fol⸗ gen. Auch ich auch ich werde..

Mein guter, mein beſter Vater, unterbrach ihn Edla zärtlich gerührt,ſprechen Sie nicht davon. Ich verſichere Sie, daß ich nur dem Rufe meines Herzens folge, wenn ich in meiner gegenwärtigen glücklichen Stel⸗ lung zu bleiben wünſche. Ich ſuche weder, noch könnte ich irgendwo ein für meine Gemüthsart paſſenderes