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„Hielt ſie keine Rede?“
„Nein. Sie war ungewöhnlich ſtille, ſchien aber in ihrem Innern vergnügt und dankbar.⸗
„Und wie war Bruno gegen ſie?“
„Wie der zärtlichſte Sohn. Er iſt mir noch nie in einem ſo vortheilhaften Lichte erſchienen.“
„Und gegen Serena? Wie nannte er ſie? Sah er ſie viel an? Wie ſah er ſie an? War er viel um ſie? Sprach er Viel mit ihr? Hatte er viele Sorgfalt, viele Aufmerkſamkeit für ſie?“
„Meine liebe Freundin, es wäre ebenſo gut, wenn du eiwas weniger flux de bouche hätteſt, dann könnte man doch auch ein Bischen in Ordnung antworten. Wie war die erſte Frage? Ob Bruno gegen ſeine Frau ſeine Würde als Ehemann behauptete?“
„Ach, du biſt gar zu langweilig! Lag er zu ihren Füßen?“
„Das nicht gerade. Es hätte ſich auch in einer ſo großen Geſellſchaft nicht wohl geſchickt, aber im Ganzen genommen, ſchien ein recht gutes Einverſtändniß zwiſchen ihnen zu herrſchen.“
„Gutes Einverſtändniß? Du weißt doch deine Worte gar nicht zu wählen. Du meinſt am Ende gar, ich ſolle Gott danken, daß fie ſich nicht gezankt haben.“
„Das kannſt du nicht; denn ſie zankten ſich wirklich.“
„Mein Gott, warum?“
„Der Himmel weiß, was die Veranlaſſung war. Aber er ſagte zu ihr:„Meine liebe Serena, meine Frau, es ſoll ſo werden, wie du es haben willſt. Und ſie er⸗ klärte dagegen:„Nein, Bruno, laß es bei dem bewenden, wie du geſagt haſt; es iſt am Beſten ſo.“
„Nun, Gottlob! wie du mich erſchrecken kannſt! Und wie ſah Bruno aus, als er ſagte:„Meine Frau?“
„Wie?. Wie ein Mann. 6.
„Der ſeine Frau anbetet?“
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